Airbus A320 (Foto: Amelia International).
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Neuer Akteur am Himmel: Amelia Executive sichert sich österreichisches AOC

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Die Fluggesellschaft Amelia Executive, ein neuer Stern am Himmel des Executive- und Medizin-Charterflugverkehrs, hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am 28. Juli 2025 erhielt das Unternehmen von der österreichischen Luftfahrtbehörde Austro Control das offizielle Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) sowie die Betriebslizenz (OL).

Dieser Schritt ermöglicht es Amelia Executive, ihre Operationen zu erweitern und eine eigene Flugzeugflotte unter österreichischer Flagge zu betreiben. Die Aufnahme eines fast 20 Jahre alten Learjet 45 (OE-GRD) in die Flotte markiert den ersten Schritt in dieser neuen Ära. Während die Airline bereits seit Juni mit einem virtuellen Betreibermodell agiert, plant sie nun die Überführung eines speziell konfigurierten Airbus A319 auf das neue AOC. Dieser strategische Schritt positioniert Amelia Executive als ernstzunehmenden Akteur in einem wachsenden Marktsegment.

Ein neuer Startpunkt: Das österreichische AOC als strategische Grundlage

Die Erteilung des österreichischen Luftverkehrsbetreiberzeugnisses (AOC) ist für Amelia Executive von zentraler Bedeutung. Bisher operierte die Fluggesellschaft als sogenannter „virtueller Betreiber“, was bedeutet, daß sie Flugzeuge anbot, die jedoch unter dem AOC einer anderen Fluggesellschaft flogen. In diesem Fall handelte es sich um die slowenische Amelia International. Mit dem eigenen AOC ist Amelia Executive nun eine vollwertige Fluggesellschaft, die Flugzeuge in ihrer eigenen Verantwortung betreiben kann.

Dieser Schritt ist nicht nur ein administrativer, sondern auch ein strategischer. Ein eigenes AOC ermöglicht eine höhere Flexibilität in der Flottenplanung und -nutzung, eine direktere Kontrolle über die Betriebsstandards und eine stärkere Markenbildung. Der verantwortliche Manager Thomas Dannoville bestätigte, daß die Fluggesellschaft nun die volle Kontrolle über ihre Operationen besitzt.

Der erste Flugzeugtyp, der unter dem neuen österreichischen AOC aufgenommen wurde, ist ein fast 20 Jahre alter Learjet 45 mit dem Kennzeichen OE-GRD. Dieser Jet, der zuvor unter französischer Registrierung (F-HACP) flog und unter dem slowenischen AOC von Amelia International betrieben wurde, ist auf dem Flughafen St. Denis de la Réunion stationiert. Er wird hauptsächlich für medizinische Evakuierungsflüge sowie für exklusive Charterflüge eingesetzt. Die Spezialisierung auf diese Nischenmärkte, in denen die Nachfrage nach schnellen und zuverlässigen Transportlösungen besonders hoch ist, zeigt die strategische Ausrichtung der Fluggesellschaft.

Die Flotte wächst: Von virtuellem Betrieb zur eigenen Airline

Amelia Executive hat ihren kommerziellen Betrieb bereits am 8. Juni 2025 aufgenommen, damals noch als virtueller Betreiber. Der erste eingesetzte Flugzeugtyp war ein 21 Jahre alter Airbus A319-100 mit dem Kennzeichen F-HDRA. Diese Maschine ist mit 60 Sitzen in einer speziellen VIP-Konfiguration ausgestattet. Die Fluggesellschaft nutzte die Maschine für exklusive Charterflüge und erprobte so ihr Geschäftsmodell, bevor sie den Schritt zur eigenständigen Airline wagte.

Das Management von Amelia Executive hat bereits weitere Expansionspläne angekündigt. „Wir planen, den VIP-Airbus im Herbst auf das AOC von Amelia Executive zu übertragen“, so Dannoville. Dieser Schritt würde die Flotte unter österreichischer Flagge weiter vergrößern und die Leistungsfähigkeit der Fluggesellschaft in der Sparte der VIP-Charterflüge deutlich stärken. Ein A319 mit einer VIP-Konfiguration ist ein gefragtes Flugzeug für Regierungen, Sportmannschaften oder Unternehmen, die eine höhere Kapazität und einen höheren Komfort als ein Business-Jet benötigen.

Das Unternehmen gehört zur französischen Regourd Aviation Group, einem Konzern, der über seine Tochtergesellschaften eine breite Palette von Luftverkehrsdiensten anbietet, von Linienflügen bis hin zu Wartungsdiensten und Charterflügen. Mit der Gründung von Amelia Executive und der Sicherung des österreichischen AOC wird das Portfolio der Gruppe um eine spezialisierte Executive-Charter-Sparte erweitert.

Ein wachsender Markt: Executive- und Medizin-Charterflüge

Der Markt für Executive- und Medizin-Charterflüge ist in den letzten Jahren, insbesondere seit der globalen Pandemie, stark gewachsen. Die Nachfrage nach flexiblen und privaten Fluglösungen hat zugenommen, da viele Geschäftsreisende und Einzelpersonen die Komplexität und die Risiken des Linienflugverkehrs meiden wollen. Medizinische Evakuierungsflüge, die eine rasche und sichere Verlegung von Patienten erfordern, sind ebenfalls ein lukratives und wichtiges Segment.

Die Entscheidung von Amelia Executive, sich in diesem Markt zu positionieren, ist strategisch klug. Durch die Aufnahme von Flugzeugen wie dem Learjet 45, einem beliebten Flugzeug für Kurz- und Mittelstrecken-Charterflüge, und dem VIP-konfigurierten Airbus A319 kann das Unternehmen ein breites Spektrum an Kundenbedürfnissen bedienen. Der Standort des Learjet 45 auf La Réunion ist ebenfalls eine strategische Entscheidung, da von dort aus der afrikanische und indische Ozean-Raum effizient bedient werden kann.

Mit dem österreichischen AOC hat Amelia Executive nun die notwendige Grundlage geschaffen, um ihre Expansionspläne umzusetzen. Der Start des eigenen Betriebs ist ein Zeichen von Vertrauen in die eigene Strategie und in die Fähigkeit, in einem umkämpften Marktsegment erfolgreich zu sein. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell die Fluggesellschaft ihre Flotte aufstocken und ihre Marktposition ausbauen kann.

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