Flughafen Kassel-Calden (Foto: Robert Spohr).
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Interessenvertreter fordern Maßnahmen zur Stärkung des Flughafens Kassel-Calden

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Der Verein Pro Kassel Airport hat die hessische Landesregierung in Wiesbaden dazu aufgerufen, die im Koalitionsvertrag verankerten Ziele zur Förderung des Regionalflughafens Kassel-Calden konsequent umzusetzen.

Hintergrund der Forderung ist die prekäre Situation im kommenden Sommerflugplan 2026, der nach aktuellen Planungen lediglich vier wöchentliche Flugverbindungen vorsieht. Diese geringe Frequenz gefährdet aus Sicht der Interessenvertreter die Wirtschaftlichkeit und die regionale Bedeutung des Standorts massiv. Der Verein mahnt an, dass die versprochene Steigerung der Fluggastzahlen ohne gezielte politische Unterstützung und eine Anpassung der Rahmenbedingungen nicht erreichbar sei.

Als primäre Hindernisse für eine positive Entwicklung identifiziert Pro Kassel Airport das strikte Nachtflugverbot sowie das weitgehende Fehlen von Low-Cost-Carrieren am nordhessischen Standort. Das geltende Nachtflugverbot schränkt die operativen Zeitfenster für viele Fluggesellschaften so stark ein, dass effiziente Umläufe kaum zu realisieren sind. Im Vergleich zu konkurrierenden Regionalflughäfen wie Paderborn-Lippstadt oder Dortmund sieht sich Kassel-Calden dadurch im Nachteil. Zudem erschwert die Gebührenstruktur die Ansiedlung von Billigfluggesellschaften, die für ein hohes Passagiervolumen essenziell wären.

Die Landesregierung steht unter Druck, da der Flughafen seit seiner Eröffnung im Jahr 2013 regelmäßig auf finanzielle Zuschüsse angewiesen ist. Kritiker der Opposition fordern bereits seit längerem eine Herabstufung des Platzes zum Verkehrslandeplatz, um die jährlichen Defizite zu begrenzen. Die Befürworter hingegen betonen die Bedeutung für die lokale Wirtschaft und den Tourismus in Nordhessen. Aktuelle Marktanalysen deuten darauf hin, dass ohne eine Ausweitung des Angebots im Bereich der Charter- und Ferienflüge die Passagierzahlen im Jahr 2026 auf einen historischen Tiefstand sinken könnten, was die Existenzfrage des Flughafens erneut auf die politische Agenda setzen würde.

Zusätzliche Recherchen zeigen, dass Gespräche mit Reiseveranstaltern bisher kaum Früchte getragen haben, da diese Planungssicherheit und attraktivere Slots fordern. Die Betreibergesellschaft des Flughafens, an der das Land Hessen, die Stadt und der Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden beteiligt sind, sucht derzeit nach Wegen, die Attraktivität für General Aviation und Frachtflüge zu steigern, um die Abhängigkeit vom klassischen Linienverkehr zu verringern. Dennoch bleibt die Kernforderung des Vereins Pro Kassel Airport bestehen: Eine politische Initiative zur Lockerung der Betriebsbeschränkungen und eine aktive Akquise neuer Flugverbindungen seien unumgänglich, um den Standort langfristig zu sichern.

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