Die deutschen Verkehrsflughäfen weisen für den April 2026 eine gedämpfte Bilanz im Passagiergeschäft auf.
Mit insgesamt 17,01 Millionen an- und abfliegenden Fluggästen verzeichnete die Branche im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang des Lokalaufkommens um 7,5 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich die verlangsamte Erholung im Vergleich zum Vorkrisenniveau des Jahres 2019: Hier fehlen weiterhin knapp 20 Prozent der Reisenden. Als Hauptursachen für diese Entwicklung identifizieren Marktanalysten eine Kombination aus geopolitischen Krisen, insbesondere die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten, sowie massive operative Einschränkungen im Inland durch Streikmaßnahmen beim Branchenprimus Lufthansa.
Das innerdeutsche Marktsegment bleibt das Sorgenkind der hiesigen Luftfahrt. Im April nutzten lediglich 1,73 Millionen Passagiere Flüge innerhalb Deutschlands, was einem Einbruch von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit erreicht dieser Sektor nicht einmal die Hälfte des Volumens von 2019. Die einwöchigen Arbeitsniederlegungen der Piloten und des Kabinenpersonals sowie die vorübergehende Einstellung des Betriebs der Tochtergesellschaft Cityline haben hier tiefe Spuren hinterlassen. Im internationalen Vergleich zeigt sich zudem eine deutliche Verlagerung der Touristenströme. Aufgrund der unsicheren Lage in der Golfregion sowie in Ägypten und der Türkei weichen Reisende verstärkt auf Ziele im westlichen Mittelmeerraum und auf die Kanarischen Inseln aus.
Im Gegensatz zum rückläufigen Passagierverkehr erweist sich die Luftfracht als resilienter Wachstumstreiber. Das Cargo-Aufkommen stieg im April auf 406.018 Tonnen, was einem Plus von 4,7 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht und sogar das Niveau von 2019 um 6,2 Prozent übertrifft. Sowohl die Einladungen als auch die Ausladungen entwickelten sich positiv, was auf stabile globale Logistikketten hindeutet, die schnell auf geopolitische Verwerfungen reagieren konnten. Die kumulierten Zahlen für das erste Terzial 2026 bestätigen diesen Trend: Während das Passagieraufkommen seit Jahresbeginn leicht stagniert, wuchs die Luftfracht in den ersten vier Monaten um insgesamt 3,0 Prozent.
Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen spiegelt die angespannte Lage wider. Mit rund 146.300 Starts und Landungen lag dieser Wert im April 8,5 Prozent unter dem Vorjahr. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Erholung der Flugbewegungen mit 75,1 Prozent deutlich hinter der des Passagieraufkommens zurückbleibt, was auf den Einsatz größerer Maschinen und eine höhere Sitzplatzauslastung hindeutet. Dennoch belasten hohe Standortkosten und die politisch unsichere Weltlage die Planungssicherheit der Fluggesellschaften an deutschen Standorten weiterhin massiv, was zu einer anhaltenden Konsolidierung im Streckennetz führt.