Das Österreichische Bundesheer steht seit dem 2. Juni 2026 im obersteirischen Wörschach im Assistenzeinsatz, um einen schwer zugänglichen Waldbrand zu bekämpfen.
Die Anforderung der militärischen Hilfe erfolgte durch die Landeswarnzentrale Steiermark, nachdem sich die Löscharbeiten für die zivilen Feuerwehren im steilen und felsigen Gelände des Ennstals als äußert schwierig erwiesen hatten. Um das Feuer unter Kontrolle zu bringen, wurden neben spezialisierten Bodentruppen der Jägerbataillone auch mehrere Luftfahrzeuge der Luftstreitkräfte in Marsch gesetzt, welche die Brandbekämpfung aus der Luft koordinieren und den Wassertransport sicherstellen.
Im Zentrum der Luftunterstützung steht in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal der neue Mehrzweckhubschrauber des Typs Leonardo AW169 „Lion“. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte in einer offiziellen Stellungnahme die Notwendigkeit einer raschen und koordinierten Assistenzleistung zwischen den militärischen und zivilen Behörden in Krisensituationen. Der AW169 „Lion“ zeichnet sich durch eine hohe Leistungsfähigkeit im Hochgebirge aus und verfügt selbst in extremen Höhenlagen über erhebliche Kraftreserven. Aufgrund der großzügigen Kabinenstruktur kann die Maschine im Bedarfsfall auch für medizinische Evakuierungen und den isolierten Transport von verletzten Personen genutzt werden.
Aus technischer Sicht stellt der Einsatz des AW169 eine erhebliche Kapazitätserweiterung für die Luftunterstützung des Bundesheeres dar. Im direkten Vergleich zu dem im Jahr 2023 ausgemusterten Vorgängermodell „Alouette III“ kann der neue Hubschrauber die zwei- bis dreifache Menge an Löschwasser pro Rotation transportieren. Das Wasser wird mithilfe von speziellen Außenlastbehältern, sogenannten Bambi Buckets, aus nahegelegenen Gewässern aufgenommen und direkt über den Brandherden abgeworfen. Unterstützt wird die Operation vor Ort durch Flugretter und Alpinwissenschaftler, welche die thermische Entwicklung des Bodens sowie die Windverhältnisse im Gebirge kontinuierlich analysieren.
Der Einsatz in Wörschach reiht sich ein in eine Serie von fordernden Assistenzleistungen des Bundesheeres bei Naturkatastrophen im alpinen Raum. Die Logistik des Einsatzes erfordert eine permanente Abstimmung zwischen der Fliegerbasis Aigen im Ennstal und der örtlichen Einsatzleitung der Feuerwehr. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Modernisierung der Hubschrauberflotte mit dem Zulauf der italienischen AW169-Maschinen die Reaktionsgeschwindigkeit und Schlagkraft des Bundesheeres bei der zivilen Katastrophenhilfe im Inland im Vergleich zu den Vorjahren messbar gesteigert hat.