Die Nationale Flughafengesellschaft Bukarest (CNAB) hat am 30. Juni 2026 den Vertrag für die Planung und technische Begleitung des geplanten neuen Terminals am internationalen Flughafen „Henri Coandă“ in Otopeni unterzeichnet.
Der Auftrag für die erste Phase des Ausbaus beläuft sich auf ein Investitionsvolumen von rund 18,4 Millionen Euro und wurde an ein Konsortium unter der Führung der rumänischen Unternehmen Leviatan Design und Ubitech Construction vergeben. Die Laufzeit der Vereinbarung ist auf zehneinhalb Jahre angelegt, wobei zwei Jahre auf die reine Planungsphase entfallen, gefolgt von dreieinhalb Jahren Baubegleitung und einer fünfjährigen technischen Unterstützung während der anschließenden Gewährleistungsfrist. Bis zum Jahr 2040 soll die neue Infrastruktur darauf ausgelegt sein, jährlich bis zu 30 Millionen Passagiere abzufertigen.
Das Großprojekt umfasst den Bau eines Abfertigungsgebäudes mit einer Grundfläche von rund 176,000 Quadratmetern, das in Spitzenzeiten eine Kapazität von bis zu 6.500 Reisenden pro Stunde bewältigen soll. Der Entwurf sieht mindestens 48 zusätzliche Flugzeugstellplätze sowie mindestens 20 Fluggastbrücken vor, um sowohl traditionelle Linienfluggesellschaften als auch Billigflieger abzufertigen, für die ein separater Boardingbereich eingeplant ist. Neben modernen Gepäckförderanlagen und Kontrollsystemen beinhaltet das Vorhaben eine Verkehrserschließung über neue Straßen und unterirdische Passagen, die das bestehende Terminal mit dem Neubau verknüpfen. Zudem ist eine multimodale Anbindung an das Schienennetz sowie neue Stationen für den öffentlichen Nahverkehr, Busse und Taxis vorgesehen.
Luftfahrtexperten und Ökonomen betrachten den ambitionierten Zeitplan und die Dimensionen des Vorhabens mit einer gewissen Skepsis. Während das prognostizierte Passagierwachstum in Osteuropa den Ausbau rechtfertigt, weisen Kritiker auf die historischen Verzögerungen bei rumänischen Infrastrukturprojekten und die unklare Finanzierung der eigentlichen Bauphase hin. Die vertraglich vereinbarten 18,4 Millionen Euro decken lediglich die Planungsleistungen und die technische Assistenz ab, während die tatsächlichen Baukosten in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Euro verschlingen dürften. Ohne eine gesicherte Gesamtfinanzierung und eine strikte Einhaltung der Bauabschnitte droht das Projekt zu einer langfristigen finanziellen Belastung für die staatliche Flughafengesellschaft zu werden, zumal die logistische Verknüpfung der alten und neuen Terminalstrukturen erhebliche operative Risiken im laufenden Flugbetrieb birgt.