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Abgabe auf Kulturtickets: Wiener Veranstaltungswirtschaft warnt vor drastischen Wertschöpfungsverlusten

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Die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV), eine Vertretung privater und institutioneller Veranstalter, hat scharfe Kritik an den Plänen der Wiener Stadtregierung geäußert, eine neue Abgabe auf Kulturtickets einzuführen.

Die städtische Initiative sieht vor, eine Sonderabgabe von 12,5 Prozent auf den Preis von Eintrittskarten für Konzerte, Theater, Kinos, Ausstellungen und Bälle im Wiener Stadtgebiet zu erheben. Während die Stadtführung um Bürgermeister Michael Ludwig, Finanzstadträtin Barbara Nowak und Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler durch diese Maßnahme jährliche Mehreinnahmen von bis zu 120 Millionen Euro für das kommunale Kulturbudget anstrebt, warnt die Branche vor nachhaltigen Schäden für den Standort.

Nach Berechnungen der IGÖV entfallen von den projizierten 120 Millionen Euro der Ticketabgabe etwa 67 Millionen Euro auf private Veranstalter und die freie Kunstszene, während rund 40 Millionen Euro von Bundesmuseen und bundeseigenen Spielstätten getragen werden müssten. Die Branchenvertreter, darunter Matthias Rotermund vom Tourneeveranstalter Live Nation und Ewald Tatar von Barracuda Music, weisen darauf hin, dass der österreichische Markt bereits durch die reguläre Umsatzsteuer von 13 Prozent auf Flug- und Veranstaltungstickets gegenüber Nachbarstaaten wie Deutschland benachteiligt sei. Die zusätzliche kommunale Abgabe würde die Gesamtkosten für Veranstalter und Publikum schlagartig um rund 15 Prozent verteuern, was zu drastischen Nachfragerückgängen und Umsatzeinbußen führe.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die drohende Abwanderung von internationalen Großveranstaltungen aus der Bundeshauptstadt. Die IGÖV prognostiziert, dass weltweite Tournee-Acts wie Großkonzerte im Ernst-Happel-Stadion oder in der Wiener Stadthalle künftig Standorte in Nachbarländern oder anderen Bundesländern bevorzugen werden, da die Zusatzabgabe die Rentabilität von Freiluft- und Hallenveranstaltungen massiv beeinträchtigt. Allein der Entfall von Großkonzerten könnte nach Einschätzung des Verbandes einen Verlust an regionaler Wertschöpfung von bis zu 500 Millionen Euro nach sich ziehen und damit verbundene Branchen wie die Hotellerie, Gastronomie, den öffentlichen Nahverkehr sowie den örtlichen Einzelhandel schwer belasten.

Wirtschafts- und Kulturanalysten betonen, dass die geplante Maßnahme einen erheblichen Zielkonflikt zwischen der kommunalen Haushaltskonsolidierung und der Standortattraktivität der Kulturmetropole darstellt. Sollten internationale Tourneeveranstalter Wien bei der Routenplanung übergehen, drohen Mieteinnahmenausfälle bei städtischen Betrieben wie der Wiener Stadthalle oder der Betreibergesellschaft des Ernst-Happel-Stadions. Für die Stadt Wien entsteht damit das Risiko, dass die erhofften Steuermehreinnahmen durch indirekte Steuerausfälle und Mindereinnahmen bei den städtischen Eigenbetrieben weitgehend zehrt werden.

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