Pakistan hat Interessenbekundungen von acht Parteien für den Verkauf der angeschlagenen Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA) erhalten. Dies teilte das Privatisierungsministerium am Donnerstag mit. Die Bewerbungen gingen vor der Stichtagsfrist am 19. Juni ein und sollen nun von der Regierung geprüft werden.
Unter den Interessenten befinden sich Unternehmen aus den Bereichen Investitionen, Militär und Luftfahrt. Hierzu zählen auch die pakistanischen Fluggesellschaften Airblue und Serene Air. Nach einer ersten Prüfung der Unterlagen wird qualifizierten Parteien Zugang zu den Daten für eine umfassende Due-Diligence-Prüfung gewährt. Dieser Prozeß soll voraussichtlich etwa zwei bis zweieinhalb Monate in Anspruch nehmen. Die finalen Gebote und die anschließenden Verhandlungen werden für das vierte Quartal des Jahres erwartet.
Die Regierung Pakistans strebt eine vollständige Veräußerung von PIA an und hat zur Attraktivitätssteigerung bereits die Umsatzsteuer auf geleaste Flugzeuge abgeschafft. Des Weiteren wurden rund 80 Prozent der Schulden von PIA auf den Staat übertragen. Dies ist ein entscheidender Schritt, da PIA in etwa einem Jahrzehnt Verluste von über 2,5 Milliarden Dollar angehäuft hat. Dennoch erzielte die Fluggesellschaft nach einer umfassenden Umstrukturierung bis Juni 2024 erstmals seit 21 Jahren einen operativen Gewinn, was die Aussichten für einen erfolgreichen Verkauf verbessern könnte.
Privatisierungsminister Muhammad Ali erklärte, man erwarte Erlöse von 86 Milliarden pakistanischen Rupien, was rund 264 Millionen Euro entspricht, aus der Privatisierung in diesem Jahr. Die Bieter sollen Anfang Juli vorab qualifiziert werden. Experten vermuten, daß der letztliche Gewinner des Bieterverfahrens eine Zusammenarbeit mit einer ausländischen Fluggesellschaft anstreben wird, um die nötige Expertise und Kapitalbasis zu sichern. Dieser Verkauf gilt als wichtiger Test für Pakistans Fähigkeit, verlustbringende Staatsunternehmen zu veräußern und die Bedingungen eines sieben Milliarden US-Dollar schweren Kreditpakets des Internationalen Währungsfonds zu erfüllen, nachdem ein früherer Verkaufsversuch aufgrund eines zu niedrigen Gebotes gescheitert war.