Die griechische Fluggesellschaft Aegean Airlines plant, ihre Beteiligung an der spanischen Billigfluggesellschaft Volotea von derzeit 13 Prozent auf 21 Prozent zu erhöhen. Diese strategische Entscheidung erfolgt parallel zu technischen Herausforderungen im Zusammenhang mit Pratt & Whitney GTF-Triebwerken, die einen Teil der Flotte betreffen.
Im September 2024 investierte Aegean Airlines 25 Millionen Euro in Volotea, was einer Beteiligung von 13 Prozent entspricht. Diese Investition wurde durch Wandelanleihen strukturiert, die es Aegean ermöglichen, ihre Beteiligung unter bestimmten Bedingungen zu erhöhen. Laut Unternehmensangaben ist eine weitere Investition von bis zu 25 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025 geplant, abhängig von der Geschäftsentwicklung von Volotea. Sollte diese zusätzliche Investition erfolgen, würde Aegean einen Anteil von 21 Prozent an Volotea halten.
Eftichios Vassilakis, Präsident von Aegean Airlines, äußerte sich positiv über die bisherige Zusammenarbeit mit Volotea und betonte die strategische Bedeutung dieser Partnerschaft. Die Gespräche mit den anderen Anteilseignern sollen bis Juni oder Juli 2025 abgeschlossen sein, um den Umfang der zusätzlichen Investition festzulegen.
Volotea wurde 2011 gegründet und hat sich als eine der führenden Billigfluggesellschaften Europas etabliert. Mit Sitz in Oviedo, Spanien, betreibt sie 22 Basen, hauptsächlich in Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien. Die Flotte besteht aus 42 Flugzeugen, darunter Airbus A319-100 und A320-200. Im Jahr 2018 beförderte Volotea 6,57 Millionen Passagiere und erzielte einen Umsatz von 396,1 Millionen Euro.
Technische Herausforderungen mit Pratt & Whitney GTF-Triebwerken
Parallel zu den Investitionsplänen steht Aegean Airlines vor technischen Herausforderungen. Probleme mit den Pratt & Whitney GTF-Triebwerken führen dazu, dass ein Teil der Airbus A320neo-Flotte vorübergehend stillgelegt werden muss. Für das Jahr 2025 erwartet die Fluggesellschaft, dass neun bis zehn Flugzeuge betroffen sein werden; diese Zahl könnte 2026 auf 13 bis 14 ansteigen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plant Aegean Airlines die Integration neuer Flugzeuge der A320neo-Familie. Im Durchschnitt sollen jährlich fünf neue Maschinen ausgeliefert werden. Zudem hat Aegean kürzlich acht weitere A321-200NX bestellt, wodurch sich die Gesamtzahl der Aufträge für die A320/A321neo-Serie auf 58 erhöht. Von diesen wurden bereits 34 ausgeliefert, die restlichen 24 sollen in den kommenden Jahren folgen.
Trotz der Kompensationszahlungen von Pratt & Whitney decken diese nicht alle Kosten ab, die durch die Stilllegungen entstehen. Im Jahr 2024 verzeichnete Aegean Airlines einen Verlust von 20 Millionen Euro, bedingt durch verlängerte Leasingverträge und erhöhte Wartungsausgaben. Dennoch plant die Fluggesellschaft, im Jahr 2025 auf teure Wet-Lease-Vereinbarungen zu verzichten.
Finanzielle Performance und Ausblick
Trotz der genannten Herausforderungen konnte Aegean Airlines im Jahr 2024 16,3 Millionen Passagiere befördern, was einem Anstieg von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn belief sich auf 129,9 Millionen Euro. Diese positive Entwicklung unterstreicht die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens in einem dynamischen Marktumfeld.
Die geplante Erhöhung der Beteiligung an Volotea stellt einen strategischen Schritt dar, um die Präsenz von Aegean Airlines auf dem europäischen Markt zu stärken. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen intensiv daran, die technischen Herausforderungen zu bewältigen und die Flottenmodernisierung voranzutreiben, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.