Wieder einmal gibt es massive Probleme am Flughafen Teneriffa-Süd, der größten und wichtigsten Anlaufstelle für Reisende auf der Insel. Insbesondere in der Hochsaison müssen viele Passagiere stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen – sowohl bei der Passkontrolle als auch bei der Weiterreise zum Zielort.
Zu den betroffenen Reisenden gehörten nicht nur Urlauber, sondern auch eine Delegation aus Großbritannien, die live miterleben musste, wie chaotisch die Abläufe am Flughafen tatsächlich sind. Dies führt zu wachsendem Unmut bei den Tourismusverbänden, die die Zustände als unverzeihlich erachten.
Die Hauptprobleme: Lange Wartezeiten und unzureichende Infrastruktur
Passagiere, die nach ihrer Ankunft die Passkontrolle passieren müssen, erleben immer wieder dramatische Verzögerungen. Laut dem Verband der Hoteliers und Ferienvermieter auf den Kanaren, Ashotel, mussten Besucher mehrfach mehr als eine Stunde auf die Abfertigung warten. In einer Region, die jährlich Millionen von Touristen anzieht, stellt dieser Zustand ein erhebliches Problem dar. Doch nicht nur die Passkontrollen verursachen Frustration, sondern auch die unzureichende Infrastruktur des Flughafens führt immer wieder zu langen Wartezeiten.
Ein besonders unangenehmes Detail ist, dass der Flughafen über mehr als 30 biometrische Kontrollgeräte verfügt, die eine schnellere Abfertigung der Passagiere ermöglichen würden – jedoch sind diese Geräte derzeit außer Betrieb. Der Flughafenbetreiber hat angegeben, dass es keine Pläne gibt, diese Geräte zeitnah wieder in Betrieb zu nehmen, was die Situation weiter verschärft. In Zeiten von stark frequentierten Flugreisen, gerade in der Hochsaison, ist dieser Zustand besonders ärgerlich und sorgt für Unmut unter den Touristen.
Taxi- und Busprobleme: Ein weiterer Ärgernisfaktor
Aber die Probleme hören nach der Passkontrolle noch lange nicht auf. Wer den Flughafen verlassen möchte, steht vor weiteren Herausforderungen. Besonders zu Stoßzeiten bilden sich lange Warteschlangen sowohl an den Bushaltestellen als auch an den Taxi-Ständen. Wer sich ein Taxi leisten möchte, muss ebenfalls mit langen Wartezeiten rechnen. Die Probleme rühren daher, dass auf den Kanaren jedes Taxi-Unternehmen nur in seiner jeweiligen Gemeinde tätig ist. Für den Flughafen Teneriffa-Süd ist dies die Gemeinde Granadilla de Abona. In Zeiten hoher Nachfrage sind die verfügbaren Taxis oft bereits anderweitig unterwegs, was zu einem „Vakuum“ führt, in dem viele Passagiere auf ein Taxi warten müssen. Zwar könnte die zuständige Zentrale in Granadilla Unterstützung von benachbarten Gemeinden wie San Miguel de Abona anfordern, jedoch geschieht dies häufig nur zögerlich, wenn überhaupt.
Die Lösung dieses Problems wird durch lokale Taxi-Unternehmen behindert, die ihre Monopolstellung verteidigen. Diese weigern sich, eine Regelung zuzulassen, die den Transport auf den Flughäfen von strategischer Bedeutung zentralisiert, um ein besseres Angebot für die Passagiere zu gewährleisten. So bleibt den Touristen nichts anderes übrig, als Geduld zu bewahren, auch wenn sie möglicherweise mit einem schlechten ersten Eindruck in den Urlaub starten.
Ashotel fordert eine Verbesserung der Zustände
Der Tourismusverband Ashotel hat die Zustände am Flughafen Teneriffa-Süd immer wieder kritisiert. Der Verband sieht sich als Anwalt der Urlauber und fordert eine sofortige Reaktion der kanarischen Behörden, um die Situation zu verbessern. Insbesondere die Verantwortungsträger wie der Regierungsdelegierte der Kanarischen Inseln, Anselmo Pestana, sowie Vertreter der Nationalpolizei sollen dringend zu einem Treffen eingeladen werden, um Lösungen für die andauernden Probleme zu finden.
Die Forderungen von Ashotel beinhalten nicht nur eine Verbesserung der Abfertigungsprozesse am Flughafen, sondern auch eine umfassende Professionalisierung des gesamten Betriebs. Angesichts der Tatsache, dass 2022 mehr als 12,3 Millionen Passagiere allein über den Flughafen Teneriffa-Süd reisten, ist es unerlässlich, die Infrastruktur und den Service zu modernisieren, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. In einer Zeit, in der die Konkurrenz auf dem internationalen Markt nicht schläft, könnte die kanarische Tourismusbranche sonst in den Hintergrund geraten.
Dringender Handlungsbedarf für den Flughafen Teneriffa-Süd
Die wiederholten Beschwerden über lange Wartezeiten und unzureichende Infrastruktur am Flughafen Teneriffa-Süd stellen einen ernsthaften Weckruf für die Verantwortlichen dar. Gerade in Zeiten von starkem Tourismus, in denen auch internationale Delegationen den Flughafen frequentieren, sind solche Zustände nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein Risiko für das Image der Kanaren als Reiseziele. Um den Anforderungen der Reisenden gerecht zu werden und die Konkurrenzfähigkeit im internationalen Tourismus zu erhalten, muss dringend an der Optimierung des Flughafenbetriebs gearbeitet werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Forderungen von Ashotel und anderen Tourismusexperten endlich Gehör finden, um den Urlaubern ein stressfreies und angenehmes Ankommen auf der Insel zu ermöglichen.