Die staatliche argentinische Fluggesellschaft Aerolíneas Argentinas hat im Rahmen der Farnborough Airshow ein umfangreiches Flottenerneuerungsprogramm bekannt gegeben. Für den Zeitraum von 2027 bis 2031 plant das Unternehmen den Zulauf von insgesamt 20 neuen Verkehrsflugzeugen.
Mit dieser Maßnahme beabsichtigt die Fluggesellschaft, etwa ein Viertel ihrer Gesamtkapazität sowie rund 60 Prozent der Maschinen im Langstreckensegment zu ersetzen. Nach Angaben der Unternehmensführung soll das Beschaffungsprogramm vollständig aus eigenen Betriebsmitteln finanziert werden.
Das Leasingpaket umfasst Vereinbarungen über 14 Flugzeuge, darunter sechs Airbus A330neo für den Interkontinentalverkehr sowie acht Boeing 737 Max 10 für das Kurz- und Mittelstreckennetz. Ergänzt wird die Planung durch sechs Maschinen des Typs Boeing 737 Max 8, von denen zwei Verträge bereits unterzeichnet sind und sich vier weitere in der finalen Verhandlung befinden. Die ersten Auslieferungen der Boeing 737 Max 8 sind für Anfang 2027 vorgesehen, während die ersten Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A330neo ab dem ersten Halbjahr 2028 in die Flotte integriert werden sollen.
Die Ankündigung erfolgt in einer Phase wirtschaftlicher und organisatorischer Umstrukturierungen im argentinischen Luftverkehrssektor. Aerolíneas-Argentinas-Chef Fabián Lombardo wertete die Vertragsabschlüsse mit den internationalen Leasinggesellschaften als Beleg für das Vertrauen des Marktes in den Sparkurs der Airline. Das Unternehmen strebt durch die Vereinfachung der Flottenstruktur und den Einsatz treibstoffsparenden Fluggeräts eine Reduzierung der laufenden Betriebskosten sowie eine Erhöhung der operativen Rentabilität an.
Branchenbeobachter verweisen jedoch auf das herausfordernde Marktumfeld in Argentinien. Die Fluggesellschaft steht weiterhin unter starkem betriebswirtschaftlichen Konsolidierungsdruck und sieht sich einer wachsenden Konkurrenz durch Billigfluggesellschaften im Inlands- und Südamerikaverkehr gegenüber. Ob die geplante Finanzierung aus eigenen Mitteln ohne staatliche Unterstützung angesichts schwankender Währungskurse und volatiler Passagierzahlen über den gesamten Zeitraum bis 2031 aufrechtzuerhalten ist, bleibt Gegenstand kritischer Analysen von Marktkennern.