Der Präsident der Kreuzfahrtreederei Aida, Felix Eichhorn, sieht die Erreichung der technischen Ziele der Schifffahrt von umfassenden Investitionen in neuentwickelte Brennstoffe abhängig. Laut Eichhorn müssten die Reeder fossile Treibstoffe längerfristig vollständig ersetzen. Nach seiner Ansicht könne dies nur durch Investitionen in strombasierte Kraftstoffe gelingen, wobei dabei auch Einnahmen aus dem Zertifikatehandel fliessen sollten.
Seit 2024 müssen Schifffahrtsunternehmen wie Aida für einen Teil ihres Ausstosses Zertifikate im europäischen Zertifikatehandel erwerben. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Reeder mit Zertifikatskosten in zweistelliger Millionenhöhe. Eichhorn äussert die Befürchtung, daß das System lediglich als Einnahmequelle dient, ohne die Umstellung zu fördern. Er betonte weiterhin, daß die Verantwortung für die Umstellung nicht allein bei den Reedereien liegen könne.
Um den technischen Wandel voranzutreiben, fordert Eichhorn die EU und die internationale Schifffahrtsorganisation IMO auf, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Bislang seien die gewünschten strombasierten Kraftstoffe weder in ausreichender Menge verfügbar noch zu wettbewerbsfähigen Preisen zu beziehen. Die Bundesregierung hatte im Juli bereits angekündigt, 400 Millionen Euro für die Modernisierung von Schifffahrt und Häfen bereitzustellen.