Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic beabsichtigt, im Rahmen einer Anpassung ihres Flugplans und Streckennetzes für das Jahr 2027 etwa 100 Stellen für Pilotinnen und Piloten sowie rund 200 Positionen im Kabinenpersonal abzubauen.
Das Unternehmen bestätigte die geplanten Personaleinsparungen gegenüber dem lettischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk LSM.lv. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit einer umfassenderen Umstrukturierung des Gesamtbetriebs, von der nach ersten Schätzungen der Unternehmensleitung standortübergreifend zwischen 500 und 700 Beschäftigte betroffen sein könnten. Die endgültige Anzahl der Entlassungen hängt vom weiteren Verlauf des Bewertungs- und Konsultationsprozesses ab.
Der geplante Personalabbau beim Cockpitpersonal erstreckt sich auf alle drei operativen Basen der Fluggesellschaft in Riga, Vilnius und Tallinn. Bei den Flugbegleitern konzentrieren sich die Kürzungen primär auf die Hauptbasis in Riga, an der das Unternehmen einen Personalüberschuss ausmacht. An den Standorten Vilnius und Tallinn besteht hingegen ein zusätzlicher Bedarf an Kabinenpersonal. Soweit freie Stellen vorhanden sind, soll Beschäftigten aus Riga der Wechsel an die übrigen baltischen Standorte angeboten werden, um betriebsbedingte Kündigungen zu reduzieren.
Die lettische Luftfahrtgewerkschaft LAA äußerte deutliche Bedenken hinsichtlich der Transparenz der Auswahlkriterien und der Konditionen für freiwillig ausscheidende Mitarbeiter. Nach Auffassung der Arbeitnehmervertretung wurden Vorschläge wie Teilzeitmodelle oder unbezahlter Urlaub im bisherigen Verfahren unzureichend berücksichtigt, weshalb die Gewerkschaft weitere Verhandlungen einfordert. Die Unternehmensführung von Air Baltic verwies darauf, dass die Kriterien für den Stellenabbau in Abstimmung mit den Tarifpartnern festgelegt wurden und Parameter wie Betriebszugehörigkeit, Qualifikation sowie Leistungsnachweise einbeziehen.
Die angekündigten Sparmaßnahmen spiegeln den wirtschaftlichen Druck wider, unter dem die baltische Fluggesellschaft bei der Konsolidierung ihres Flugprogramms steht. Hohe Betriebskosten und schwankende Nachfragestrukturen im europäischen Markt zwingen das Management zur Kapazitätsanpassung, was die verbleibende Belegschaft vor organisatorische Herausforderungen stellt.