Comac ARJ21 (Foto: Comac).
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Air Cambodia entscheidet sich für chinesische Regionaljets von Comac

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Die kambodschanische Fluggesellschaft Air Cambodia hat eine Absichtserklärung über den Kauf von bis zu 20 Regionalflugzeugen des Typs C909 des chinesischen Herstellers Comac unterzeichnet. Das Abkommen umfaßt eine Festbestellung von zehn Maschinen sowie eine Option für zehn weitere Jets.

Dieser Schritt markiert einen weiteren wichtigen Erfolg für Comac, der seine Präsenz in Südostasien kontinuierlich ausbaut und die globale Dominanz der traditionellen Flugzeughersteller Boeing und Airbus in Frage stellt. Während die Auslieferungspläne noch nicht bekannt gegeben wurden, zeigt die Entscheidung von Air Cambodia, daß der chinesische Flugzeugbauer als ernsthafter Wettbewerber im Regionalverkehr wahrgenommen wird.

Aufstieg eines neuen Flugzeugbauers

Der Comac C909, ursprünglich im Jahr 2016 als ARJ21 (Advanced Regional Jet for the 21st Century) eingeführt, ist Chinas erstes kommerziell produziertes Passagierflugzeug. Es ist für bis zu 90 Passagiere ausgelegt und hat bereits seinen Dienst in mehreren asiatischen Fluggesellschaften angetreten. Bereits in Indonesien, Vietnam und Laos sind die Jets im Einsatz. Die Fluggesellschaft Lao Airlines hat kürzlich ihr zweites C909-Flugzeug in Betrieb genommen und setzt es auf grenzüberschreitenden Routen nach Bangkok ein.

Die Entscheidung von Air Cambodia, sich für den chinesischen Jet zu entscheiden, ist eine strategische. Die Absichtserklärung beinhaltet nicht nur die Auslieferung der Flugzeuge, sondern auch die operative Unterstützung und die branchenspezifische Zusammenarbeit. Dies deutet darauf hin, daß Comac seine Kunden umfassend betreut und ihnen nicht nur ein Flugzeug verkauft, sondern auch die notwendige Infrastruktur für den erfolgreichen Betrieb bereitstellt. Für eine Fluggesellschaft wie Air Cambodia, die ihren regionalen Marktanteil ausbauen möchte, ist die Unterstützung durch den Hersteller ein entscheidender Faktor.

Die Akquisition des C909 ermöglicht es Air Cambodia, sein Streckennetz zu optimieren und neue, regionale Ziele zu erschließen. Die Reichweite des Jets macht ihn ideal für den Kurz- und Mittelstreckenverkehr innerhalb Südostasiens. Dies könnte der kambodschanischen Fluggesellschaft helfen, ihre Position in einer stark wachsenden Region zu festigen, die für den Tourismus und den Handel immer wichtiger wird.

Strategische Präsenz in Südostasien

Der Erfolg von Comac in Südostasien ist kein Zufall. Die Region ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte für den Luftverkehr weltweit, und viele lokale Fluggesellschaften suchen nach kostengünstigen und zuverlässigen Flugzeugen, um ihre Flotten zu modernisieren und zu erweitern. Der chinesische Hersteller positioniert sich als eine attraktive Alternative zu den traditionellen westlichen Anbietern.

Während Boeing und Airbus den Markt für größere Passagierjets dominieren, hat sich Comac im Segment der Regionalflugzeuge eine Nische geschaffen. Die Bestellungen aus Indonesien, Vietnam, Laos und jetzt Kambodscha zeigen, daß der C909 in der Lage ist, die spezifischen Anforderungen des regionalen Luftverkehrs in Südostasien zu erfüllen. Die geographische Nähe zu China erleichtert zudem die logistische Unterstützung, die Ersatzteilversorgung und die Schulung der Besatzungen. Die Preise für die chinesischen Jets sollen zudem deutlich unter denen der Konkurrenz liegen, was sie für Fluggesellschaften in Schwellenländern besonders attraktiv macht.

Comac arbeitet zudem an einem größeren Flugzeug, dem C919, das direkt mit dem Airbus A320 und dem Boeing 737 konkurrieren soll. Der Erfolg des C909 in Asien dient als wichtiger Referenzpunkt und Wegbereiter für die Markteinführung und den Vertrieb des C919. Eine erfolgreiche Etablierung im Regionalverkehr könnte das Vertrauen der Kunden in die Produkte des chinesischen Herstellers weiter stärken.

Zukünftige Aussichten und globale Relevanz

Die Absichtserklärung zwischen Air Cambodia und Comac hat eine breitere, globale Relevanz. Sie signalisiert einen Wandel in der Luftfahrtindustrie, in der die Dominanz der westlichen Hersteller zunehmend durch neue Akteure aus Asien herausgefordert wird. Während die Sicherheit und Zuverlässigkeit westlicher Flugzeuge nach wie vor unbestritten sind, könnten die Preisvorteile und die strategische Unterstützung chinesischer Hersteller in bestimmten Regionen den Ausschlag geben.

Die fehlenden Angaben zum Lieferplan der C909-Jets lassen die Frage offen, wann Air Cambodia die neuen Flugzeuge in Dienst stellen kann. Der Erfolg des Projekts wird jedoch maßgeblich davon abhängen, wie reibungslos die Integration der neuen Jets in die bestehende Flotte verläuft und wie effektiv Comac seine Versprechen in Bezug auf die betriebliche Unterstützung einhält. Die Entscheidung von Air Cambodia ist ein weiteres Zeichen dafür, daß die Luftfahrtindustrie diversifizierter wird. Die Globalisierung der Märkte und die Entstehung neuer regionaler Fluggesellschaften schaffen neue Chancen für Flugzeughersteller jenseits der etablierten Akteure. Comac ist auf dem besten Weg, sich als fester Bestandteil des globalen Luftverkehrsmarktes zu etablieren. Die Vereinbarung mit Air Cambodia ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

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