Die kanadische Fluggesellschaft Air Canada hat mit der Integration von Flugzeugen des Typs Boeing 737 Max 8 in die Flotte ihrer Tochtergesellschaft Air Canada Rouge begonnen. Dieser Schritt markiert eine Zäsur in der Strategie des Ferienfliegers, der bisher primär auf ältere Airbus-Modelle setzte.
Das erste modernisierte Flugzeug wurde bereits in den aktiven Dienst gestellt und verfügt über eine vollständig überarbeitete Kabinenausstattung, die speziell auf die Anforderungen des Freizeitverkehrs in Nordamerika und der Karibik zugeschnitten ist. Bis zum Ende des Jahres 2026 plant der Konzern, insgesamt bis zu 45 Maschinen dieses Typs an die Tochtergesellschaft zu übertragen, um die Effizienz und den Komfort auf Kurz- und Mittelstrecken zu steigern.
Die neu konfigurierten Maschinen bieten Platz für 177 Passagiere, aufgeteilt in 12 Plätze in der Business Class, 18 „Preferred Seats“ mit vergrößertem Sitzabstand und 147 Plätze in der Standard-Economy. Zur technischen Ausstattung gehören persönliche Bildschirme an jedem Sitzplatz sowie ein neues Hochgeschwindigkeits-WLAN-System, das in Kooperation mit dem Telekommunikationsanbieter Bell Canada realisiert wurde. Um das Wachstum im Westen Kanadas abzusichern, hat Air Canada zudem eine neue Besatzungsbasis für Rouge in Vancouver eröffnet. Von dort aus sowie von Calgary werden verstärkt touristische Ziele wie Cancún und Puerto Vallarta angesteuert, was die Kapazitäten für Winterreisen in sonnige Regionen erheblich erweitert.
Diese Maßnahmen bei der Tochtergesellschaft sind eingebettet in ein umfassendes Erneuerungsprogramm des gesamten Air Canada Konzerns. Neben der Modernisierung der Regionalflotte von Air Canada Express, die ebenfalls neue Kabinen und verbessertes WLAN erhält, bereitet sich die Airline auf den Empfang von Langstreckenflugzeugen vor. Hierzu zählen die Einführung des Airbus A321XLR sowie Bestellungen über acht Airbus A350-1000. Ab Ende 2026 sollen zudem 14 Einheiten der Boeing 787-10 Dreamliner die Flotte ergänzen, während die Auslieferung der im Inland produzierten Airbus A220-Modelle kontinuierlich fortgesetzt wird. Ziel dieser großangelegten Investitionen ist eine Vereinheitlichung des Passagiererlebnisses über alle Markensegmente hinweg.
Branchenexperten werten die Übertragung der Boeing 737 Max 8 an Air Canada Rouge als notwendige Reaktion auf den verschärften Wettbewerb im nordamerikanischen Billigflugsektor. Durch den Einsatz modernerer und treibstoffeffizienterer Flugzeuge kann die Airline ihre Betriebskosten senken und gleichzeitig die Zuverlässigkeit im dichten Flugplan erhöhen. Die strategische Neuausrichtung umfasst auch eine Aufwertung des Bordprodukts, bei der unter anderem kostenlose alkoholische Getränke und Snacks kanadischer Marken auf Flügen innerhalb Nordamerikas angeboten werden. Damit positioniert sich Rouge deutlicher als Premium-Ferienflieger innerhalb der Unternehmensgruppe.