Air-Europa-Verkauf: IAG und Globalia einigen sich

Heckflossen von Air Europa und Iberia am Flughafen Madrid (Foto: Jan Gruber).
Heckflossen von Air Europa und Iberia am Flughafen Madrid (Foto: Jan Gruber).
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Air-Europa-Verkauf: IAG und Globalia einigen sich

Heckflossen von Air Europa und Iberia am Flughafen Madrid (Foto: Jan Gruber).

Air-Europa-Eigentümer Globalia und die International Airlines Group haben sich auf eine Änderung des Übernahmevertrags vom 4. November 2019 geeinigt. Demnach wird die IAG nun nicht mehr eine Milliarde Euro, sondern nur noch 500 Millionen Euro bezahlen und das erst sechs Jahre nach dem Abschluss der Transaktion.

Die überarbeiteten Bedingungen des Änderungsabkommens setzen voraus, dass zwischen Iberia und der Sociedad Estatal de Participaciones Industriales („SEPI“) erfolgreiche Verhandlungen über die nichtfinanziellen Bedingungen im Zusammenhang mit der finanziellen Unterstützung von SEPI für Air Europa im Jahr 2020 geführt werden. Die IAG-Tochter beabsichtigt, in Kürze Gespräche mit SEPI über diese Bedingungen aufzunehmen.

„Sowohl Iberia als auch IAG zeigen ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber der tiefsten Krise in der Geschichte der Luftfahrt. Ein Teil einer großen Gruppe zu sein, ist die beste Garantie, um die aktuellen Marktherausforderungen zu bewältigen, von denen auch Air Europa nach Abschluss der Transaktion profitieren wird. Ich freue mich, dass wir mit Globalia eine Einigung erzielt haben, die Zahlung bis weit in die erwartete Erholung des Flugverkehrs nach dem Ende der Pandemie zu verschieben und zu erwarten, dass sich aus der Transaktion erhebliche Synergien ergeben“, so IAG-Chef Luis Gallego.

Transaktion soll im zweiten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden

Globalia und die IAG gehen davon aus, dass bei Erfüllung aller vereinbarten Voraussetzungen, die Akquisition in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 abgeschlossen werden kann. Die notwendige kartellrechtliche Genehmigung der EU-Kommission steht allerdings noch aus. Die International Airlines Group betont in ihrer Erklärung auch, dass die Übernahme eine Transaktion der Klasse 2 im Sinne der Kotierungsregeln der britischen Financial Conduct Authority darstellt und daher die Zustimmung der IAG-Aktionäre nicht eingeholt werden muss.

Die IAG schreibt in einer Medienmitteilung, dass die Übernahme und Integration von Air Europa für Iberia von strategisch wichtiger Bedeutung ist. Der Hub Madrid soll deutlich an Bedeutung gewinnen und „zu einem echten Rivalen für Amsterdam, Frankfurt und Paris-Charles de Gaulle“ werden. Für die Kunden sollen sich Vorteile durch eine größere Auswahl und Flexibilität sowie weitere Möglichkeiten zum Sammeln und Einlösen von Meilen ergeben. Die IAG erhofft sich durch die Übernahme von Air Europa zusätzliche Möglichkeiten für das Netzwerkwachstum.

„Diese Transaktion ist für uns alle eine große Anstrengung und der beste Weg, um den Tourismus, den Verkehr in Spanien und das Drehkreuz von Madrid wiederherzustellen“, erklärt Globalia-CEO Javier Hidalgo.

Die Iberia-Mutter davon aus, dass durch die Übernahme von Air Europa Kosten- und Ertragssynergien erzielt werden können. Vermutet wird, dass diese sich im ersten vollen Geschäftsjahr nach der Akquisition bemerkbar machen werden. Derzeit geht die International Airlines Group davon aus, dass im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres der Flugverkehr aufgrund weltweiter Verfügbarkeit von Impfstoffen weitgehend wiederhergestellt sein wird. Daher rechnet man damit, dass die Übernahme von Air Europa im Jahr 2021 einen minimalen Mittelabfluss verursachen wird und der Netto-Cashflow wird voraussichtlich bis mindestens zur Rückzahlung des Darlehens von SEPI im Jahr 2026 positiv sein, wenn die Fusionssynergien voraussichtlich ihre volle Laufzeit haben werden.

„Diese Transaktion ist strategisch sinnvoll, um die Wettbewerbsfähigkeit von Madrid auf globaler Ebene zu stärken. Dies wird den Verbrauchern zugutekommen, und die Eingliederung von Air Europa in die Iberia-Gruppe wird die Lebensfähigkeit des Unternehmens verbessern, was sowohl den Mitarbeitern von Iberia als auch von Air Europa zugutekommt“, so Iberia-Chef Javier Sánchez-Prieto.

Air Europa: Alle Flugzeuge, mit einer Ausnahme sind geleast

Das Bruttovermögen von Air Europa belief sich zum 31. Dezember 2019 auf 967 Millionen Euro. Für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr wies Air Europa einen Umsatz in der Höhe von 2,1 Milliarden Euro aus. Das Betriebsergebnis lag bei 71 Millionen Euro und das Vorsteuerergebnis bei 42 Millionen Euro zuzurechnen. Diese Zahlen basieren auf spanischen Rechnungslegungsgrundsätzen. Air Europa beförderte 2019 13,1 Millionen Passagiere. Das Passagieraufkommen ging 2020 aufgrund der Corona-Pandemie um rund 70 Prozent zurück.

Die Flotte von Air Europa bestand am 31. Dezember 2019 aus 68 Flugzeugen. Zwischenzeitlich wurde diese auf 52 Maschinen verkleinert. Mit Ausnahme eines Flugzeugs, das sich im Eigentum befindet, sind alle anderen geleast. Die IAG schätzt die Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 von Air Europa bis Ende 2020 auf rund 1,6 Milliarden Euro.

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Redakteur dieses Artikels:

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

jan.gruber@aviation.direct

Über den Redakteur

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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