Air Force One: Die neue VC-25B und ihre anhaltenden Probleme

Air Force One (Foto: redlegsfan21).
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Air Force One: Die neue VC-25B und ihre anhaltenden Probleme

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Die Entwicklung der neuen Air Force One, bekannt als VC-25B, hat erneut einen herben Rückschlag erlitten. Der Erstflug des neuen Präsidentenflugzeugs wurde um mehr als ein Jahr verschoben und soll nun im März 2026 stattfinden. Diese Verzögerung ist nur die jüngste in einer langen Reihe von Problemen, die das Projekt seit seinem Beginn geplagt haben.

Die VC-25B, die auf der Basis von Boeing 747-8I-Zellen entwickelt wird, sollte ursprünglich im November 2024 ihren Jungfernflug absolvieren. Aufgrund von erheblichen Konstruktionsfehlern, Konkurse von Zulieferern und Problemen bei der Arbeit wurde dieser Termin jedoch wiederholt verschoben. Laut Breaking Defense wurde der neue Erstflugtermin nun auf März 2026 festgelegt. Ursprünglich war geplant, dass das erste Flugzeug im September 2024 ausgeliefert wird und ein zweiter Jet im Februar 2025 folgen sollte. Eine Ankündigung im Juli 2022 verschob den Zeitplan jedoch um zwei bis drei Jahre nach hinten, sodass die erste Maschine nun frühestens im September 2026 geliefert werden könnte.

Diese Verzögerungen haben Boeing bereits Verluste in Höhe von über 2,4 Milliarden Dollar eingebracht. Der Entwicklungsprozess ist zudem von arbeitsbezogenen Problemen geprägt, einschließlich eines Personalschwunds und Sicherheitsüberprüfungen, die viele der 250 beteiligten Mitarbeiter nicht bestanden haben. Dies führte zu einer Untersuchung durch das Verteidigungsministerium und zwang Boeing zu umfangreichen Neueinstellungen, um den Fortschritt des Projekts sicherzustellen.

Komplexe Anforderungen und technologische Herausforderungen

Die VC-25B basiert auf Flugzeugzellen, die ursprünglich von der inzwischen nicht mehr existierenden russischen Fluggesellschaft Transaero bestellt, aber nie übernommen wurden. Diese Maschinen sollen zu den fortschrittlichsten Präsidentenflugzeugen der Welt umgebaut werden. Zu den bekannten Spezifikationen gehören fortschrittliche Verteidigungssysteme wie Laser-Störsender und Radarwarnempfänger sowie eine erhöhte Reichweite von über 7.000 nautischen Meilen. Das Flugzeug wird über 4.000 Quadratmeter Innenfläche bieten, einschließlich zwei Büros, einer umbaubaren medizinischen Einrichtung, eines Konferenzraums und eines Medienbereichs.

Die umfangreichen Anpassungen und Sicherheitsvorkehrungen, die notwendig sind, um den Anforderungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten gerecht zu werden, haben die Entwicklung des Flugzeugs weiter verkompliziert. Bevor die VC-25B jedoch zu ihrem Jungfernflug abheben kann, müssen noch zahlreiche Bodentests der Untersysteme durchgeführt werden. Diese Tests, die ursprünglich für den vergangenen Monat geplant waren, wurden auf Oktober 2023 verschoben und sollen nun voraussichtlich erst im Juli 2025 stattfinden.

Historischer Kontext und zukünftige Erwartungen

Der Vertrag zur Entwicklung der neuen Air Force One wurde während der Amtszeit von Präsident Trump unterzeichnet und beinhaltete einen Festpreisvertrag. Im Nachhinein gab Boeing-CEO Dave Calhoun zu, dass dieser Vertrag eine Fehlentscheidung war, da er Boeing erhebliche finanzielle Verluste eingebracht hat. Die anhaltenden Probleme und Verzögerungen haben die Frage aufgeworfen, ob Boeing den Liefertermin noch weiter verschieben muss.

Trotz der Schwierigkeiten bleibt die Entwicklung der VC-25B ein Projekt von großer Bedeutung für die USA. Das Flugzeug soll den Präsidenten sicher und effizient auf Reisen begleiten und gleichzeitig als fliegendes Oval Office fungieren. Mit fortschrittlicher Technologie und umfassenden Sicherheitsmaßnahmen wird die VC-25B die bestehende Flotte der Air Force One modernisieren und den hohen Anforderungen der Präsidentschaft gerecht werden.

Die anhaltenden Herausforderungen bei der Entwicklung der neuen Air Force One verdeutlichen die Komplexität und die hohen Anforderungen, die an ein solches Projekt gestellt werden. Es bleibt abzuwarten, ob Boeing die neuen Zeitpläne einhalten kann und welche weiteren Hürden das Unternehmen überwinden muss, um die VC-25B erfolgreich in den Dienst zu stellen.

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Amely Mizzi ist Executive Assistant bei Aviation Direct Malta in San Pawl il-Baħar. Zuvor war sie im Bereich Aircraft and Vessel Financing bei einem Bankkonzern tätig. Sie gilt als sprachliches Talent und spricht sieben Sprachen fließend. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in Österreich auf der Schipiste und im Sommer an Mittelmeerstränden quasi vor der Haustür auf Gozo.
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