Das Vielfliegerprogramm Flying Blue der Fluggesellschaften Air France und KLM hat ein neues Verfahren zur Statusübertragung gestartet. Mit diesem sogenannten „Status Match“ erhalten Mitglieder anderer Treueprogramme die Möglichkeit, ihren bestehenden Status direkt in das System der SkyTeam-Allianz zu überführen.
Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern, die solche Programme oft kostenlos als zeitlich begrenzte Werbeaktion anbieten, verlangt Flying Blue für die Umstellung eine einmalige Bearbeitungsgebühr. Das Angebot richtet sich an Kunden zahlreicher Konkurrenzunternehmen, darunter Mitglieder von Miles & More der Lufthansa oder des Executive Club von British Airways, die einen Wechsel zu den französisch-niederländischen Carriern in Erwägung ziehen.
Die Gebührenstruktur für die Statusumwandlung ist nach der Wertigkeit der jeweiligen Stufe gestaffelt. Für die Anerkennung des Silver-Status wird eine Zahlung von 89 Euro fällig, während die Gold-Stufe mit 199 Euro zu Buche schlägt. Das höchste verfügbare Level im Rahmen dieser Aktion, der Platinum-Status, kostet 349 Euro. Nach erfolgreicher Prüfung und Zahlung wird der neue Status in der Regel für einen Zeitraum von zwölf Monaten gewährt. Um die Qualifikation darüber hinaus aufrechtzuerhalten, müssen die Mitglieder innerhalb dieses Zeitraums die regulären Schwellenwerte an Erfahrungspunkten, den sogenannten XP (Experience Points), durch entsprechende Flugaktivitäten bei Air France, KLM oder deren Partnern erreichen.
Je nach erreichtem Statuslevel bietet das Programm den Reisenden umfangreiche Privilegien, die den Komfort am Boden und in der Luft erhöhen sollen. Dazu gehören insbesondere der Zugang zu exklusiven Flughafen-Lounges, eine bevorzugte Abfertigung am Check-in-Schalter und bei der Sicherheitskontrolle (SkyPriority) sowie die Nutzung von bevorzugtem Boarding. Zudem profitieren Statusinhaber von einer erhöhten Freigepäckgrenze und einer beschleunigten Gutschrift von Meilen für getätigte Flüge. Da Flying Blue Teil des SkyTeam-Netzwerks ist, werden diese Vorteile auch bei Flügen mit Partnergesellschaften wie Delta Air Lines oder ITA Airways in großem Umfang anerkannt.
Branchenexperten werten diesen Schritt als gezielten Versuch, kaufkräftige Kunden von anderen europäischen Hub-Carriern abzuwerben, ohne dabei auf die sofortige Generierung von Einnahmen zu verzichten. Die Einführung von Gebühren für einen Statusübertrag gilt in der Luftfahrtbranche noch als unkonventionell, spiegelt jedoch den Trend wider, Zusatzleistungen konsequent zu monetarisieren. Für die Fluggesellschaften bietet das Modell den Vorteil, dass nur ernsthaft interessierte Vielflieger den Wechsel vollziehen, was die Kapazitäten in den Lounges schont. Kunden sollten vor der Beantragung prüfen, ob ihr aktuelles Programm für den Match zugelassen ist, da bestimmte Allianzen oder regionale Anbieter von der Aktion ausgeschlossen sein können.