Airbus A350 (Foto: Air France).
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Air France passt Winterflugplan an: A350-Flüge nach Denver werden saisonal eingestellt

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Die internationale Luftfahrtbranche sieht sich mit einer Verschiebung der Nachfrage auf dem lukrativen Transatlantikmarkt konfrontiert. Berichten der Luftfahrtanalysefirma Cirium zufolge wird Air France ihre Airbus A350-Flüge auf der Route zwischen dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle (CDG) und dem Denver International Airport (DEN) für die kommende Wintersaison vollständig einstellen.

Der letzte Flug mit einem A350 ist für den 12. Oktober 2025 angesetzt, die Wiederaufnahme des Dienstes mit diesem Flugzeugtyp ist für den 24. April 2026 vorgesehen. Obwohl die Route ganzjährig weiterhin mit einer Boeing 787-9 Dreamliner bedient wird, die eine geringere Kapazität als der Airbus A350-900 aufweist, deutet diese Anpassung auf eine breitere Entwicklung im transatlantischen Flugverkehr hin, die auch andere große Fluggesellschaften betrifft.

Saisonale Anpassungen und die Kapazitätsfrage

Die Entscheidung von Air France, die A350-Flüge nach Denver im Winter einzustellen, ist eine bemerkenswerte Änderung gegenüber dem Vorjahr, als die Fluggesellschaft ihre A350-Flotte auf dieser Strecke die gesamte Wintersaison über einsetzte. Der Airbus A350-900, als modernes Langstreckenflugzeug, bietet mit 324 Passagiersitzen in einer Drei-Klassen-Konfiguration (34 in der Business Class, 24 in der Premium Economy und 266 in der Economy Class, gemäß ch-aviation Daten) in der Regel eine höhere Kapazität als die Boeing 787-9 Dreamliner von Air France, die bis zu 279 Passagiere befördern kann. Die Wahl des kleineren Flugzeugtyps für die Wintersaison läßt darauf schließen, daß Air France mit einer geringeren Nachfrage rechnet als in den Vorjahren.

Air France hat die genauen Gründe für diese Anpassung nicht öffentlich dargelegt. Jedoch weisen die jüngsten Quartalsergebnisse der Air France-KLM Gruppe auf eine Verschiebung der Buchungsmuster hin. Steven Zaat, der Finanzvorstand der Airline-Gruppe, äußerte sich besorgt über einen Rückgang der Reisen von Europäern in die Vereinigten Staaten. Diese Beobachtung, kombiniert mit den Anpassungen im Flugplan, legt den Schluß nahe, daß die erwartete Nachfrage für die Wintersaison in Denver die hohe Kapazität der A350 nicht rechtfertigt. Die Fluggesellschaft optimiert somit ihre Flottenallokation, um die Rentabilität auf dieser spezifischen Route zu gewährleisten. Air France verfügt derzeit über eine Flotte von 37 Airbus A350-900 und zehn Boeing 787-9 Dreamlinern, was der Airline eine gewisse Flexibilität bei der Flottenplanung ermöglicht.

Nachlassende Transatlantik-Nachfrage: Ein breiterer Trend

Air France ist bei weitem nicht der einzige Fluggesellschaft, die ihren transatlantischen Winterflugplan anpaßt. Laut Daten von Cirium haben auch andere große Akteure auf dem transatlantischen Markt, wie Turkish Airlines, ihre Expansion in die Vereinigten Staaten, insbesondere nach Denver, zurückgefahren. Auch Lufthansa hat eine „leichte Abschwächung“ bei ihren transatlantischen Buchungen festgestellt, insbesondere aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Reaktion darauf plant die deutsche Fluggesellschaft, ihr geplantes transatlantisches Kapazitätswachstum für das vierte Quartal von sechs auf drei Prozent zu reduzieren und hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um Flugpläne weiter anzupassen, sollte die Nachfrage weiter sinken.

Diese Entwicklungen deuten auf einen breiteren Trend einer nachlassenden transatlantischen Reisenachfrage aus Europa in die Vereinigten Staaten hin. Ein Reuters-Bericht bestätigte bereits einen spürbaren Rückgang der transatlantischen Flugpreise in diesem Sommer, ein klares Anzeichen dafür, daß weniger Europäer die USA als Reiseziel wählen. Dieser Trend scheint sich voraussichtlich auch in die Wintersaison fortzusetzen.

Verschiedene Faktoren könnten zu diesem Rückgang beitragen. Berichte deuten darauf hin, daß strengere US-Grenzkontrollen und eine erneute Konzentration auf die Einwanderungspolitik, insbesondere im Zusammenhang mit dem politischen Einfluß Donald Trumps, die Nachfrage beeinflussen könnten. Die Unsicherheit über die Einreisebestimmungen und das allgemeine politische Klima könnten potentielle Reisende abschrecken. Darüber hinaus könnten auch wirtschaftliche Faktoren in Europa, wie Inflationsdruck und gestiegene Lebenshaltungskosten, die Reisebereitschaft für teure Fernreisen reduzieren.

Amerikanische Airlines reagieren ebenfalls: Routenausdünnung im Winter

Die Veränderungen in der Reisenachfrage zwischen Europa und den Vereinigten Staaten betreffen nicht nur europäische Fluggesellschaften, sondern veranlassen auch amerikanische Airlines zu Anpassungen. American Airlines hat gegenüber Simple Flying bestätigt, daß sechs transatlantische Routen für einen bestimmten Zeitraum während der kommenden Wintersaison ausgesetzt werden. Dies unterstreicht die Schwere der Situation und die Notwendigkeit, Kapazitäten an die tatsächliche Nachfrage anzupassen.

Zu den von American Airlines betroffenen Routen gehören:

  • New York (JFK) nach Paris Charles de Gaulle (CDG), Frankreich
  • Dallas Fort/Worth (DFW) nach Frankfurt (FRA), Deutschland
  • Philadelphia (PHL) nach Zürich (ZRH), Schweiz
  • New York (JFK) nach Mailand Malpensa (MXP), Italien
  • Charlotte (CLT) nach München (MUC), Deutschland
  • New York (JFK) nach Madrid (MAD), Spanien

Besonders hervorzuheben ist die Route zwischen dem New Yorker John F. Kennedy International Airport (JFK) und dem Pariser Charles de Gaulle Airport (CDG), die die längste Aussetzung unter den genannten sechs Routen erfahren wird. Laut den vorliegenden Daten wird American Airlines diese Verbindung vom 6. Januar 2025 bis zum 4. März 2025 einstellen. Ursprünglich hatte die Fluggesellschaft für diesen Zeitraum tägliche Flüge mit ihren Boeing 787-8 Dreamlinern geplant. Diese umfangreichen Routenanpassungen sowohl auf europäischer als auch auf amerikanischer Seite zeigen, daß die Luftfahrtbranche flexibel auf globale Trends und wirtschaftliche Entwicklungen reagiert, um ihre Betriebsabläufe zu optimieren und die Rentabilität in einem sich ständig wandelnden Marktumfeld zu sichern. Die Reisenden müssen sich in der kommenden Wintersaison auf ein angepaßtes Flugangebot auf dem Transatlantikmarkt einstellen.

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