Air France hat die Flugroute über das Rote Meer vorübergehend ausgesetzt, nachdem die Crew eines Fluges nach Madagaskar eine mutmaßliche Rakete in Sichtweite bemerkte. Der Zwischenfall ereignete sich entlang der sudanesischen Küste, woraufhin die Boeing 777-200ER mit ihrer Besatzung zum Pariser Flughafen Charles de Gaulle zurückkehrte. Die Airline reagierte schnell und zog zwei weitere Maschinen auf dem Weg in den Nahen Osten zurück.
Infolge dieser Vorfälle werden alle Flüge über das Rote Meer umgeleitet, wie ein Sprecher von Air France bestätigte. Am Montag wich der Flug AF934 daher auf eine Route über Saudi-Arabien und Oman aus, bevor er sicher in Madagaskar landete. Die Entscheidung fiel in Abstimmung mit den jüngsten Sicherheitshinweisen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), die vor Überflügen im sudanesischen Luftraum generell abrät. Hintergrund sind die anhaltenden militärischen Spannungen in der Region, die insbesondere durch Raketenangriffe und Drohnenangriffe verschärft wurden. Anfang Oktober hatten Huthi-Rebellen aus dem Jemen zunehmend Drohnen- und Raketenangriffe im Roten Meer gestartet, was die Sicherheit von Luft- und Schifffahrtsrouten gefährdet.
Laut der EASA besteht aufgrund der militärischen Aktivitäten und der verstärkten Nutzung von Luftverteidigungsressourcen im Sudan ein hohes Risiko für den zivilen Luftverkehr. Erst kürzlich wurde eine zivile IL-76 im Sudan abgeschossen, mutmaßlich durch Rebellen. Bereits im vergangenen Monat sah sich Air France gezwungen, einen Flug aus dem Iran aufgrund einer Sichtung von Raketen im Kontext der anhaltenden Konflikte in Israel und Gaza umzuleiten.