Die französische Fluggesellschaft Air France wird ihren Flugbetrieb am Flughafen Paris-Orly bis April 2026 weitgehend einstellen. Dies gab Konzernchef Benjamin Smith anläßlich der Halbjahresergebnisse von Air France-KLM bekannt. Die Airline begründet den Schritt mit einer sinkenden Nachfrage auf innerfranzösischen Strecken und einer Verschiebung des Verkehrs zur Bahn. Die verbleibenden Slots am Flughafen Orly sollen größtenteils an die Konzern-Billigfluggesellschaft Transavia France übertragen werden, die bereits von dort aus fliegt.
Der Rückzug aus Orly, der acht Monate früher als ursprünglich geplant erfolgen soll, ist eine strategische Entscheidung, um den Flugbetrieb auf das Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle zu konzentrieren. Die Verlagerung ist eine Reaktion auf das veränderte Reiseverhalten nach der Pandemie, insbesondere im inländischen Geschäftsreiseverkehr, der nicht mehr das Vorkrisenniveau erreicht. Air France spricht von einem „strukturellem Nachfrageeinbruch“ in ihrem innerfranzösischen Punkt-zu-Punkt-Netzwerk.
Einige Verbindungen bleiben dennoch bestehen: Air France wird weiterhin die staatlich vorgeschriebenen Flüge nach Korsika bedienen. Diese Routen zu den Flughäfen Ajaccio, Bastia, Calvi und Figari unterliegen besonderen Versorgungsauflagen, die es der Fluggesellschaft nicht erlauben, sie einzustellen. Andere Strecken, die Air France aktuell von Orly aus anfliegt, wie beispielsweise nach Marseille, Nizza oder Toulouse, werden bereits von der Tochtergesellschaft Transavia France bedient.
Durch die Verschiebung der Kapazitäten zu Transavia France kann der Konzern in Orly weiterhin präsent bleiben und gleichzeitig sein Angebot im Niedrigpreissegment ausbauen, während die Marke Air France den Fokus auf Langstrecken und internationale Verbindungen von Charles de Gaulle aus legt. Experten sehen in diesem Schritt eine logische Konsequenz der Konsolidierung und Effizienzsteigerung im Konzern.