Die kanadische Fluggesellschaft Air Transat wird ihre saisonale Direktverbindung zwischen Toronto-Pearson und dem Flughafen Berlin Brandenburg im Sommerflugplan 2027 nicht wieder aufnehmen.
Eine Sprecherin der Fluggesellschaft bestätigte den Rückzug aus der deutschen Bundeshauptstadt. Die Flüge sind über die Buchungssysteme der Airline nicht mehr verfügbar, und der Zielort Berlin wurde aus dem Streckennetz gestrichen. Die Betreibergesellschaft des Flughafens Berlin Brandenburg verwies auf Anfrage auf die Entscheidung der Airline.
Air Transat hatte die Langstreckenverbindung im Juni 2025 eingerichtet und bediente die Route in der Hauptsaison des Sommerflugplans mit drei wöchentlichen Umläufen an den Verkehrstagen Dienstag, Donnerstag und Sonntag. Noch Anfang Oktober 2026 wiesen die Flugpläne der Airline eine Wiederaufnahme für den 1. Mai 2027 sowie eine Aufstockung der Frequenzen von Mitte Juni bis Anfang Oktober aus. Die Airline begründete den kurzfristigen Kursschwenk mit einer fortlaufenden Anpassung und Optimierung der eigenen Flottenkapazitäten auf den Nordatlantikrouten.
Der Rückzug von Air Transat stellt einen weiteren Einschnitt für das Langstreckennetz des Flughafens Berlin Brandenburg dar. Die Verbindung nach Toronto war neben Flügen nach den USA die einzige direkte Transatlantikpassage ab dem Hauptstadtflughafen. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Hohe Belastung durch staatliche Abgaben in Deutschland, steigende Entgelte an den Terminals sowie eine stärkere Nachfragebündelung an großen Drehkreuzen wie Frankfurt, München oder Amsterdam es Punkt-zu-Punkt-Anbietern erschweren, saisonale Langstrecken ab deutschen Regional- und Sekundärstandorten profitabel zu betreiben.
Mit der Einstellung der Flüge verringert sich das Angebot an Direktverbindungen zwischen Nordamerika und Ostdeutschland für die Sommersaison 2027 erneut. Für Air Transat bedeutet der Schritt eine Konzentration der eigenen Langstreckenflotte auf etabliertere Zielmärkte in Westeuropa wie Großbritannien, Frankreich und Portugal, wo das Fluggastaufkommen im Freizeit- und Verwandtenbesuchsverkehr höhere Erträge pro Sitzkilometer verspricht.