Ein Flug der Fluggesellschaft AirAsia X, der von Kuala Lumpur nach Incheon in Südkorea unterwegs war, sorgte für Aufsehen, als er am 13. August 2025 auf einem falschen Flughafen landete.
Der Flug mit der Kennung D7506 landete nach sieben Stunden Flugzeit nicht wie geplant auf dem internationalen Flughafen Incheon (ICN), sondern auf dem deutlich näher an der Stadtmitte gelegenen Gimpo-Flughafen (GMP). Obwohl die Umleitung aus betrieblichen Gründen erfolgte, führte eine Verkettung unglücklicher Umstände zu großer Verwirrung und Unmut bei den Passagieren an Bord. Die Fluggesellschaft bestätigte mittlerweile, daß ein Kommunikationsfehler an Bord die Hauptursache für die Irritation war und entschuldigte sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
Landung auf dem falschen Flughafen: Ein Vorgang, der für Aufsehen sorgt
Der Vorfall erregte die Aufmerksamkeit internationaler Medien, nachdem erste Berichte darauf hindeuteten, daß die Piloten die Landung auf dem falschen Flughafen „irrtümlich“ vorgenommen hätten. Solch ein Vorgehen würde in der hochregulierten Luftfahrtbranche eine gewiß schwere Sicherheitslücke darstellen. Die Passagiere, so hieß es, seien von der plötzlichen Landung an einem unerwarteten Ort überrumpelt worden, da ihnen vorab keine klare Information über die Änderung des Flugplans mitgeteilt wurde. Einige Reisende gaben sogar an, daß auch die Besatzung in der Kabine über die Umleitung unwissend gewesen sei.
Die Verwirrung war verständlich. Der Gimpo-Flughafen, der 43 Kilometer von Incheon entfernt liegt, dient heute hauptsächlich als Drehkreuz für Inlandsflüge und einige wenige regionale internationale Verbindungen, während der Flughafen Incheon als das internationale Tor zu Südkorea gilt. Für internationale Reisende ist Gimpo in der Regel nicht die erste Anlaufstelle. Die Ungewißheit an Bord und das Fehlen einer offiziellen Erklärung trugen zur anfänglichen Spekulation bei, die den Ruf der Fluggesellschaft kurzzeitig in Mitleidenschaft zog.
Die Wahrheit hinter der Irritation: Wetter, Überlastung und ein nötiger Tankstop
Zwei Tage nach dem Vorfall veröffentlichte AirAsia X eine offizielle Stellungnahme, die Licht ins Dunkel brachte und die Gerüchte über eine irrtümliche Landung aus der Welt schaffte. Demnach war die Umleitung nach Gimpo-Flughafen eine geplante Maßnahme des Piloten, die aus Gründen der Sicherheit getroffen wurde. Laut dem Statement hatte der Flugkapitän die Entscheidung getroffen, den Anflug auf Incheon wegen wetterbedingter Überlastung des dortigen Luftraums abzubrechen. Der Flugverkehr über Incheon war aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse stark eingeschränkt, was die Flugzeuge dazu zwang, lange in Warteschleifen zu verharren und somit viel Treibstoff zu verbrauchen.
Um die vorgeschriebene Sicherheitsreserve an Treibstoff nicht zu unterschreiten und eine sichere Weiterreise zu gewährleisten, entschied sich der Kapitän, auf dem nächstgelegenen, offenen Flughafen eine Zwischenlandung zur Betankung durchzuführen. Der Gimpo-Flughafen bot sich als ideale Alternative an. Das Unternehmen betonte, daß der Kapitän in vollem Einklang mit den standardmäßigen Betriebsvorschriften gehandelt habe und Sicherheit in jedem Moment die höchste Priorität gehabt habe.
Das Dilemma an Bord: Ein Kommunikationsfehler führt zur Verwirrung
Die Ursache für die anfängliche Verwirrung der Passagiere und der Besatzung war dem Unternehmen zufolge ein menschliches Versagen in der Kommunikation. In der offiziellen Stellungnahme gab die Fluggesellschaft zu, daß es an Bord einen „Kommunikationsfehler“ gegeben habe. Ein Crewmitglied habe die Landung in Gimpo fälschlicherweise als Ankunft am Endziel bekanntgegeben. Diese Fehlinformation führte zur Unklarheit, da die Passagiere zunächst nicht über den Grund des Umwegs informiert wurden.
Der Kapitän habe jedoch die Situation rasch erkannt und sei selbst eingeschritten, um die Verwirrung zu beseitigen. Er klärte die Passagiere über die tatsächlichen Gründe der Umleitung auf, erklärte, daß der Stopp lediglich zum Tanken diente und daß der Flug im Anschluß zu seinem ursprünglichen Ziel in Incheon fortgesetzt würde. Er entschuldigte sich bei den Reisenden für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Dieser Vorfall unterstreicht die gewiß entscheidende Rolle klarer und präziser Kommunikation in kritischen Situationen und zeigt, wie ein Mißverständnis schnell das Vertrauen der Kunden beeinträchtigen kann.
Folgen und Konsequenzen: Entschädigung und neue interne Abläufe
Die Fluggesellschaft AirAsia X ist sich der Tragweite des Vorfalls bewußt. Benyamin Ismail, der Geschäftsführer von AirAsia X, hat angekündigt, daß das Unternehmen seine internen Verfahren für Ankündigungen und die Weitergabe von Informationen an Bord überarbeiten wird, um in Zukunft solche Mißverständnisse zu vermeiden. Es sei das Ziel, in ähnlichen Situationen größere Klarheit zu schaffen.
Als Geste des guten Willens kündigte Ismail zudem an, daß die betroffenen Passagiere Reisegutscheine erhalten würden. Diese Entschädigung ist ein Versuch, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen und die negativen Auswirkungen des Erlebnisses abzumildern. Für einen Low-Cost-Carrier wie AirAsia X, dessen Geschäftsmodell auf hoher Effizienz und kurzen Turnaround-Zeiten basiert, ist eine solche unplanmäßige Landung mit erheblichen Kosten verbunden. Der zusätzliche Flug von Gimpo nach Incheon, die zusätzliche Bodenzeit und die Entschädigungszahlungen sind eine teure Lektion. Dennoch zeigt die transparente Aufarbeitung des Vorfalls und die angebotene Wiedergutmachung, daß die Fluggesellschaft der Kundenbindung einen hohen Wert beimißt.