Ein schwerer wetterbedingter Zwischenfall im asiatischen Luftraum hat den internationalen Langstreckenverkehr zwischen Sri Lanka und Australien beeinträchtigt und zu einer sofortigen Umkehr eines vollbesetzten Passagierflugzeugs geführt.
Ein Großraumflugzeug des Typs Airbus A330-200 der nationalen Fluggesellschaft SriLankan Airlines befand sich am 12. Juni unter der Flugnummer UL606 auf dem Weg von der srilankischen Metropole Colombo zur australischen Metropole Sydney, als die Maschine kurz nach dem Start während des Steigflugs von einem intensiven Blitz getroffen wurde. Der atmosphärische Stromeintritt wirkte sich nach Augenzeugenberichten direkt auf eines der beiden Triebwerke aus, woraufhin die Cockpitbesatzung aus Sicherheitsgründen die Fortsetzung des fast zehnstündigen Überseeffluges abbrach und die sofortige Rückkehr zum Ausgangsflughafen einleitete. An Bord des zweistrahligen Flugzeugs befanden sich 207 Passagiere sowie 16 Besatzungsmitglieder. Trotz der potenziell gefährlichen Situation und Berichten über sichtbare Flammenbildungen im Bereich des rechten Triebwerks gelang den Piloten eine sichere und kontrollierte Landung auf dem Bandaranaike International Airport in Colombo. Es wurden keine Verletzungen gemeldet. Die zivilen Luftfahrtbehörden des Inselstaates haben in Zusammenarbeit mit den technischen Abteilungen der Fluggesellschaft eine umfassende Untersuchung eingeleitet, um die genauen Auswirkungen der elektrischen Entladung auf die Triebwerksstruktur und die Avioniksysteme zu analysieren.
Der chronologische Ablauf des Zwischenfalls im srilankischen Luftraum
Der Linienflug UL606 hob in den frühen Morgenstunden vom internationalen Flughafen der srilankischen Hauptstadt Colombo ab. Während des initialen Steigflugs durchquerte die Maschine eine Zone mit instabilen meteorologischen Bedingungen, die durch die für die Region typischen saisonalen Gewitterzellen geprägt war. In einer Höhe von mehreren tausend Fuß wurde das Flugzeug von einem heftigen Blitzeinschlag getroffen. Unmittelbar nach der elektrischen Entladung registrierte die Besatzung Unregelmäßigkeiten in den Betriebsparametern des rechten Triebwerks, die von visuellen Phänomenen begleitet wurden.
In den sozialen Netzwerken verbreiteten sich schnell Videos und Fotografien von Luftfahrtbeobachtern, die das Flugzeug vom Boden aus dokumentierten. Auf den Aufnahmen waren kurzzeitige Flammenerscheinungen und Funkenflug im Bereich der rechten Triebwerksgondel während des Steigvorgangs zu erkennen. Diese optischen Signale deuteten auf eine thermische Instabilität oder einen sogenannten Strömungsabriss im Verdichter hin, der durch die atmosphärische Entladung induziert worden sein könnte. Die Piloten reagierten besonnen, unterbrachen den weiteren Steigflug, deklarierten eine Luftnotlage und leiteten eine weite Schleife ein, um das Flugzeug für die ungeplante Landung in Colombo zu positionieren. Da das Triebwerk bis zur Landung in einem kontrollierten Zustand verblieb, konnte auf das Ablassen von Treibstoff in größerem Ausmaß verzichtet werden, und die Maschine setzte wenig später reibungslos auf der Start- und Landebahn auf.
Technische Spezifikationen des betroffenen Luftfahrzeugs und der Antriebssysteme
Bei dem in den Vorfall verwickelten Flugzeug handelt es sich um einen Airbus A330-243 mit der nationalen Luftfahrzeugregistrierung 4R-ALH. Die Maschine wurde im Jahr 2004 fertiggestellt und gehört seit über zwei Jahrzehnten als zuverlässiges Arbeitspferd zur Langstreckenflotte der srilankischen Fluggesellschaft. Das Flugzeug verfügt über eine klassische Zwei-Klassen-Konfiguration, bestehend aus 18 Sitzen in der Business Class und 252 Plätzen in der Economy Class, und wird primär auf den Routen nach Asien, Australien, Europa und in den Nahen Osten eingesetzt.
Angetrieben wird das Großraumflugzeug von zwei Turbofan-Triebwerken des britischen Herstellers Rolls-Royce vom Typ Trent 772B-60. Diese Aggregate zeichnen sich durch eine hohe Zuverlässigkeit aus, sind jedoch wie alle modernen Luftfahrtantriebe extrem sensibel gegenüber massiven externen Stromeinwirkungen. Ein Blitzeinschlag in ein laufendes Triebwerk kann das hochkomplexe elektromagnetische Feld der elektronischen Triebwerkssteuerung, der sogenannten Fadec, stören oder zu mechanischen Mikrodefekten an den rotierenden Schaufelblättern durch extreme lokale Hitzeentwicklung führen. Die genaue Untersuchung der Triebwerkskomponenten wird nun in den kommenden Wochen in speziellen Werkstätten durchgeführt, um festzustellen, ob die sichtbaren Flammen durch eine Fehlfunktion der Treibstoffeinspritzung oder durch den physischen Eintritt von Trümmerteilen verursacht wurden.
Physikalische Grundlagen und Schutzmechanismen bei Blitzeinschlägen in Verkehrsflugzeuge
In der zivilen Luftfahrt gehören Blitzeinschläge zu den bekannten und statistisch erfassten Phänomenen. Nach Schätzungen der internationalen Luftfahrtverbände wird jedes kommerzielle Verkehrsflugzeug im globalen Durchschnitt etwa einmal alle ein bis zwei Jahre von einem Blitz getroffen. Die Konstruktion moderner Passagierflugzeuge trägt dieser Tatsache Rechnung. Die metallische Außenhaut des Flugzeugrumpfs, die beim Airbus A330 weitgehend aus Aluminiumlegierungen besteht, fungiert als Faradayscher Käfig. Der elektrische Strom fließt bei einem Einschlag an der Außenseite der Struktur entlang und verlässt das Flugzeug in der Regel an den Extremitäten, wie den Tragflächenenden oder dem Heckleitwerk, über spezielle statische Entlader.
Dennoch stellt ein direkter Treffer in ein Triebwerk oder in die Radarnase eine technische Besonderheit dar. Wenn der Blitzpfad direkt durch die rotierenden Teile eines Triebwerks verläuft, können die empfindlichen Lager und Dichtungen durch den enormen Stromfluss Schaden nehmen. Zudem besteht das Risiko, dass induzierte Spannungen die internen Kabelbündel der Sensorik beschädigen. Aus diesem Grund schreiben die internationalen Lufttüchtigkeitsanweisungen nach jedem verifizierten Blitzeinschlag eine obligatorische und extrem detaillierte Bodeninspektion vor. Erst wenn alle zerstörungsfreien Werkstoffprüfungen, wie Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen der betroffenen Bereiche, ohne Befund bleiben, darf das Luftfahrzeug wieder für den kommerziellen Flugbetrieb freigegeben werden.
Logistisches Krisenmanagement und betriebliche Konsequenzen für den Linienverkehr
Für die betroffenen 207 Passagiere bedeutete der Vorfall im srilankischen Luftraum eine erhebliche Verzögerung ihrer Reisepläne, die jedoch durch das schnelle logistische Handeln der Fluggesellschaft minimiert werden konnte. Anstatt eine langwierige Reparatur vor Ort abzuwarten, entschied sich die Flugbetriebsleitung in Colombo dazu, umgehend ein Ersatzflugzeug bereitzustellen. Ein anderer Airbus aus den Beständen der SriLankan Airlines wurde kurzfristig für den Flug nach Australien vorbereitet.
Die Passagiere und die neue Besatzung konnten die Reise nach Sydney noch am selben Morgen an Bord des Ersatzflugzeugs fortsetzen, das Colombo um 05:51 Uhr Ortszeit verließ. Die gestrandete Maschine mit der Registrierung 4R-ALH wurde unterdessen in einen Wartungshangar geschleppt, wo die Ingenieure der Fluggesellschaft in enger Abstimmung mit den Vertretern des Triebwerksherstellers Rolls-Royce und den Vertretern der nationalen Zivilluftfahrtbehörde mit der Demontage der Triebwerksverkleidungen begannen. Der Vorfall unterstreicht die Effizienz der etablierten Notfallprozeduren und das hohe Ausbildungsniveau der Cockpitbesatzungen, die in regelmäßigen Simulatortrainings exakt auf das Szenario von Triebwerksstörungen unter schwierigen äußeren Bedingungen vorbereitet werden, um die Sicherheit im globalen Luftverkehr auch bei unvorhersehbaren Naturphänomenen lückenlos zu garantieren.