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Airbus-Chef Faury fordert Vergeltungszölle auf Boeing bei Eskalation des Handelsstreits

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Der Chef des europäischen Flugzeugbauers Airbus, Guillaume Faury, hat sich entschieden für die Einführung von Vergeltungszöllen auf Flugzeuge des US-Konkurrenten Boeing ausgesprochen. Dies solle geschehen, falls die von den Vereinigten Staaten erhobenen Zölle auf europäische Flugzeuge in Höhe von zehn Prozent beibehalten oder sogar noch erhöht werden sollten. Faury äußerte seine Haltung in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Faury betonte seine Hoffnung, daß die Zölle im Anschluß an ein solches Kräftemessen wieder vollständig aufgehoben würden („auf Null gesetzt“). Er warnte davor, daß ein Handelskrieg für die gesamte Luftfahrtindustrie „verlustbringend“ wäre. Diese Aussage unterstreicht die Sorge des Airbus-Chefs vor einer Eskalation, die nicht nur die Hersteller, sondern auch die Fluggesellschaften und letztendlich die Passagiere treffen würde.

Der Airbus-Chef erinnerte an einen fünf Jahre zurückliegenden Handelsstreit zwischen der Europäischen Union und den USA vor der Welthandelsorganisation (WTO). Damals hatte Europa als Reaktion auf US-Zölle seinerseits höhere Einfuhrabgaben auf amerikanische Produkte erhoben. Nach diesem Schlagabtausch seien die Zölle schließlich wieder aufgehoben worden. Faury forderte die EU auf, sich an diesem Präzedenzfall zu orientieren, sollte die US-Regierung ihre Zölle auf europäische Flugzeuge nicht zurücknehmen.

Vergeltungszölle als Druckmittel in Verhandlungen

Sollten die laufenden Verhandlungen zwischen der EU und den USA keine Einigung bringen, so Faury, „kann ich mir vorstellen, daß es – und das ist unser Wunsch – die Einführung gegenseitiger Zölle auf Flugzeuge geben wird, um eine höhere Verhandlungsebene zu erzwingen“. Er betonte, daß ein Handelskrieg für „niemanden eine gute Nachricht“ sei. Gleichzeitig äußerte sich der Chef von Airbus zuversichtlich, daß Boeing von solchen Vergeltungsmaßnahmen „wahrscheinlich“ stärker betroffen wäre als sein eigenes Unternehmen. Daher gehe er davon aus, daß sich die Situation wieder „normalisieren“ werde.

Die Äußerungen von Guillaume Faury deuten auf eine mögliche Eskalation des transatlantischen Handelsstreits im Bereich der Luftfahrt hin, falls die USA ihre Handelspolitik gegenüber Europa nicht ändern. Die EU und die USA hatten in der Vergangenheit bereits ähnliche Auseinandersetzungen, die letztendlich durch Verhandlungen beigelegt werden konnten. Die jetzige Forderung nach Vergeltungszöllen zielt darauf ab, den Druck auf die Vereinigten Staaten zu erhöhen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden und einen langwierigen und schädlichen Handelskrieg abzuwenden.

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