Airbus Logo (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Airbus kämpft mit Herausforderungen: Auslieferungszahlen im Juli 2025 und die Erfüllung des Jahresziels

Werbung

Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat im Juli 2025 insgesamt 67 Flugzeuge an seine Kunden übergeben. Obwohl die Auslieferungen im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr etwas zurückgingen, hat das Unternehmen damit nach den ersten sieben Monaten des Jahres 373 Maschinen ausgeliefert und somit 45 Prozent seines ehrgeizigen Jahresziels von 820 Flugzeugen erreicht.

Die Zahlen spiegeln die anhaltenden Herausforderungen wider, denen sich der Konzern gegenübersieht. Insbesondere Lieferengpässe bei Triebwerken und anderen wichtigen Bauteilen bremsen die Produktion. Trotz dieser Schwierigkeiten hält das Management unter Führung von Konzernchef Guillaume Faury an den Zielen fest. Der Ausblick auf das zweite Halbjahr bleibt somit von der Frage geprägt, ob der Konzern die Produktion so hochfahren kann, daß das Jahresziel noch erreicht wird.

Die nackten Zahlen: Einblicke in die Julibilanz

Im Juli 2025 wurden 67 Flugzeuge ausgeliefert, was einem Rückgang von zehn Maschinen im Vergleich zum Juli 2024 entspricht. Die Auslieferungen verteilten sich auf die verschiedenen Flugzeugfamilien von Airbus.

  • Die A320neo-Familie (A319neo, A320neo und A321neo) war, wie erwartet, die tragende Säule der Auslieferungen.
  • Auch Langstreckenflugzeuge wie der A330 und der A350 wurden an Kunden übergeben.

Nach sieben Monaten des laufenden Geschäftsjahres steht Airbus nun bei 373 Auslieferungen. Um das Jahresziel von 820 Maschinen noch zu erreichen, müßte der Konzern im zweiten Halbjahr, also in den verbleibenden fünf Monaten, die Produktion deutlich steigern und im Durchschnitt mehr als 89 Flugzeuge pro Monat ausliefern. Dies wäre eine enorme Steigerung der Auslieferungsrate. Historisch gesehen sind die Auslieferungen im vierten Quartal immer am höchsten, da die Hersteller versuchen, ihre Jahresziele zu erfüllen. Ob diese Steigerung ausreichen wird, ist jedoch die entscheidende Frage.

Herausforderungen in der Lieferkette: Triebwerke und Materialknappheit

Ein wesentlicher Grund für die Verzögerungen sind die anhaltenden Lieferengpässe bei den Triebwerksherstellern, insbesondere bei Pratt & Whitney und CFM International. Diese Engpässe haben sich in den letzten Jahren immer wieder bemerkbar gemacht und die Produktionspläne von Airbus durchkreuzt. Die Triebwerke sind hochkomplexe Bauteile und ihre Herstellung ist von einer globalen Lieferkette abhängig. Verzögerungen bei Zulieferern können sich schnell auf die Endmontage auswirken und die Auslieferungen verlangsamen.

Neben den Triebwerken gibt es auch bei anderen Bauteilen, wie zum Beispiel bei der Innenausstattung der Flugzeuge oder bei Elektronikkomponenten, immer wieder Engpässe. Die gesamte Luftfahrtindustrie kämpft mit diesen Problemen, die durch die Nachwirkungen der Pandemie und geopolitische Spannungen noch verschärft wurden. Die Flugzeughersteller müssen einen Spagat zwischen der hohen Nachfrage nach neuen Flugzeugen und der instabilen Versorgungslage bei ihren Zulieferern meistern.

Trotz dieser Schwierigkeiten hat Airbus das Vertrauen in die eigene Lieferkette und die Fähigkeit, die Produktion zu steigern. Die Geschäftsleitung um Faury hat sich in den letzten Monaten wiederholt zu den gesteckten Zielen bekannt und betont, daß man daran arbeitet, die Probleme in der Lieferkette zu lösen.

Vergleich mit dem Wettbewerb: Airbus und Boeing im direkten Vergleich

Der Hauptkonkurrent von Airbus, der amerikanische Flugzeughersteller Boeing, kämpft ebenfalls mit erheblichen Problemen, allerdings nicht nur in der Lieferkette, sondern auch im Bereich der Qualitätssicherung. Boeing hat im laufenden Jahr ebenfalls Auslieferungsverzögerungen zu verzeichnen. Die Flugzeugbauer versuchen, die Produktion der Boeing 737 MAX und der Boeing 787 Dreamliner hochzufahren, aber die Fortschritte sind aufgrund von Mängeln in der Produktion und den strengeren Kontrollen durch die Luftfahrtbehörden nur langsam.

Der direkte Vergleich zeigt, daß beide Flugzeugbauer mit ähnlichen Problemen kämpfen, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während Airbus vorwiegend mit Engpässen bei den Zulieferern zu kämpfen hat, steht Boeing unter erhöhtem Druck, seine internen Qualitätsprozesse zu verbessern und das Vertrauen der Aufsichtsbehörden zurückzugewinnen. In diesem Kontext kann die Auslieferungsbilanz von Airbus als relativ stabil angesehen werden, auch wenn die gesteckten Ziele eine enorme Kraftanstrengung erfordern.

Der Ausblick: Ist das Jahresziel noch erreichbar?

Die nächsten Monate werden für Airbus entscheidend sein. Um das Jahresziel von 820 Auslieferungen zu erreichen, müßte der Konzern im Durchschnitt über 89 Flugzeuge pro Monat an seine Kunden übergeben. Dies ist ein ambitioniertes Ziel, aber nicht unerreichbar. In den vergangenen Jahren hat Airbus gezeigt, daß die Auslieferungsrate im letzten Quartal eines Jahres deutlich anzieht.

Die starke Nachfrage nach Flugzeugen, insbesondere nach der A320neo-Familie, ist eine gute Grundlage. Die Fluggesellschaften brauchen dringend neue Flugzeuge, um ihre Flotten zu modernisieren und die steigende Nachfrage im Flugverkehr zu bedienen. Die Auftragsbücher von Airbus sind prall gefüllt, was dem Unternehmen eine starke Verhandlungsposition gegenüber seinen Zulieferern gibt.

Sollte es Airbus gelingen, die Engpässe in der Lieferkette zu überwinden und die Produktion zu beschleunigen, ist das Jahresziel durchaus noch in Reichweite. Sollte dies nicht gelingen, müßte der Konzern die Ziele nach unten korrigieren, was jedoch auch eine politische und strategische Dimension hätte. Die Luftfahrtindustrie blickt gespannt auf die kommenden Monate und auf die Frage, ob der europäische Flugzeugbauer seine Versprechen einhalten kann.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung