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Airline-Verband fordert Entlastung: Hohe Standortkosten gefährden Luftverkehr in Deutschland

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Der internationale Airline-Verband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) hat die Bundesregierung in Berlin erneut eindringlich zur Senkung der staatlich verursachten Kosten im Luftverkehr aufgefordert. Nach Ansicht des Verbands, der über 100 internationale Fluggesellschaften vertritt, schaden die überhöhten Standortkosten der deutschen Wirtschaft und führen zu einer Verlagerung des Flugverkehrs ins Ausland. BARIG-Chef Michael Hoppe kritisiert, dass sich Deutschland durch die aktuelle Politik selbst Wettbewerbsnachteile schaffe, was die globale Anbindung des Landes massiv schwäche.

Die staatlich induzierten Kosten, darunter Gebühren und die Luftverkehrsteuer, sollen sich in Deutschland seit dem Jahr 2019 nahezu verdoppelt haben und beliefen sich inzwischen auf insgesamt 4,4 Milliarden Euro pro Jahr. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) und weitere Branchenverbände teilen diese Kritik und warnen davor, dass die Belastung des Luftverkehrs im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreiche. Sie weisen darauf hin, dass die Luftverkehrsteuer in dieser Form nur in wenigen europäischen Ländern existiere und in Deutschland im Vergleich am höchsten sei. Die Folge: Deutschland liegt bei der Erholung des Luftverkehrs im europäischen Vergleich weit zurück.

Die hohen Belastungen führen laut BARIG und dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zu gravierenden Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort. Aus Deutschland wurden demnach bereits 60 von ehemals 190 dort stationierten Flugzeugen abgezogen und ins Ausland verlagert. Dies betreffe vor allem den wichtigen Mittelstreckenverkehr. Mit jedem abgezogenen Jet verliere Deutschland eine Wertschöpfung von 70 Millionen Euro pro Jahr, und die Konnektivität zu wichtigen Handels- und Wirtschaftszentren verschlechtere sich kontinuierlich. Während in anderen europäischen Ländern das Passagieraufkommen bereits wieder das Vorkrisenniveau von 2019 überschreite, liege Deutschland deutlich zurück. Die Luftverkehrswirtschaft appelliert an die Bundesregierung, die wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen wiederherzustellen. Die Branche sieht sich durch die Überbesteuerung ausgebremst, während in Nachbarländern Fluggesellschaften mit attraktiveren Kostenstrukturen operieren können. Die Verbände fordern eine umgehende Reduzierung von Gebühren und eine Entlastung bei der Luftverkehrsteuer, um das Reisen für Bürger und die Anbindung für die exportorientierte Wirtschaft zu sichern. Diese Forderungen kommen, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz im Rahmen der Haushaltsdebatte für 2026 Entlastungen in Aussicht gestellt hatte, die die Branche als dringend notwendig erachtet.

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