Winglet Boeing 737 (Foto: Ajet).
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AJet auf Expansionskurs: Türkische Billigfluggesellschaft modernisiert Flotte mit neuen Boeing 737 Max

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Die türkische Billigfluggesellschaft AJet, eine Tochtergesellschaft der nationalen Fluggesellschaft Turkish Airlines, hat einen bedeutenden Schritt zur Modernisierung ihrer Flotte unternommen.

Das Unternehmen erhielt die ersten beiden von insgesamt zwölf Boeing 737 Max 8-Flugzeugen von der irischen Leasinggesellschaft CDB Aviation. Diese Auslieferungen markieren den Beginn einer großangelegten Flottenerweiterung, die AJet in die Lage versetzen soll, im hart umkämpften globalen Markt für Billigflüge eine gewichtige Rolle zu spielen. Die strategische Investition in moderne Flugzeuge ist das Herzstück der Transformation des Unternehmens.

Strategische Neuausrichtung: Vom Regionalanbieter zum internationalen Akteur

Die Auslieferung der neuen Flugzeuge ist das jüngste Kapitel in der strategischen Neuausrichtung der ehemaligen Marke AnadoluJet. Lange Zeit fungierte AnadoluJet als Regional- und Inlandsanbieter unter dem Dach der Turkish Airlines. Im Jahr 2024 wurde das Unternehmen jedoch unter dem neuen Namen AJet neu aufgestellt, um eine eigenständige und klar definierte Identität als Billigfluggesellschaft zu schaffen. Das Ziel dieser umfassenden Transformation war es, sich unabhängiger von der Muttergesellschaft zu positionieren und besser mit etablierten Low-Cost-Carriern in Europa und der Region konkurrieren zu können.

Die Entscheidung, die Marke zu stärken und in die Flotte zu investieren, spiegelt die Ambitionen von Turkish Airlines wider. Der Konzern will nicht nur im Segment der Langstreckenflüge eine führende Rolle spielen, sondern auch im Billigflugsegment Fuß fassen. Mit einer modernen, effizienten Flotte und einem klaren Geschäftsmodell soll AJet zum Wachstumstreiber für den gesamten Konzern werden und neue Marktsegmente erschließen.

Die Flottenerweiterung: Ein entscheidender Schritt für Wachstum und Effizienz

Die neuen Flugzeuge sind der zentrale Baustein dieser Expansionsstrategie. Die beiden nun ausgelieferten Boeing 737 Max 8, die die Kennzeichen TC-OHB und TC-OHA tragen, sind die ersten einer Gesamtlieferung von zwölf Maschinen dieses Typs. Die Auslieferung der restlichen Flugzeuge ist für die Jahre 2025 und 2026 geplant. Die Flugzeuge wurden vom irischen Leasingunternehmen CDB Aviation, einer Tochter der China Development Bank Financial Leasing, an AJet übergeben.

Die Wahl der Boeing 737 Max 8 ist für ein Billigflugunternehmen strategisch gewiß sinnvoll. Die Max-Modelle gelten als besonders treibstoffeffizient und sind damit ideal für den Betrieb von Kurz- und Mittelstreckenflügen. Ihre Betriebskosten liegen niedriger als die älterer Modelle, was es der Fluggesellschaft ermöglicht, wettbewerbsfähige Ticketpreise anzubieten. Diese Effizienz ist ein Schlüssel zum Erfolg im hart umkämpften Low-Cost-Markt. Ergänzend zu den Boeing-Maschinen hat AJet erst im Juli 2025 ein Leasingabkommen mit SMBC Aviation Capital über fünf Airbus A320neo-Flugzeuge unterzeichnet, was die Flexibilität einer gemischten Flotte unterstreicht.

Das Geschäft mit den Flugzeugen: Die Rolle der Leasing-Gesellschaften

Die Beschaffung der neuen Flugzeuge über Leasing-Gesellschaften wie CDB Aviation und SMBC Aviation Capital ist ein Standardvorgehen in der modernen Luftfahrtindustrie. Die beiden Unternehmen gehören zu den größten globalen Akteuren in diesem Sektor. Für Fluggesellschaften wie AJet bietet das Leasingmodell entscheidende Vorteile gegenüber dem direkten Kauf. Es ermöglicht eine schnellere und flexiblere Flottenerweiterung, ohne daß große Mengen an Kapital gebunden werden.

Diese Finanzierungsform verringert das Risiko und erlaubt es, rasch auf Marktanforderungen zu reagieren. Die Leasingverträge wurden bereits im Jahr 2023 abgeschlossen, was die langfristige Planung von AJet unterstreicht. Die Tatsache, daß die Flugzeuge bereits in den Bestand der AJet aufgenommen, aber zunächst am Flughafen Sabiha Gökçen (SAW) in Istanbul eingelagert wurden, deutet darauf hin, daß die Fluggesellschaft ihre Kapazitäten schrittweise und bedarfsgerecht aufbauen will.

Im Wettbewerb mit Giganten: AJet im hart umkämpften Markt

Mit seiner Flottenerweiterung rüstet sich AJet für den harten Wettbewerb in der Region. Die türkische Luftfahrtbranche wird von der starken Konkurrenz durch einheimische Unternehmen wie Pegasus Airlines sowie den europäischen Schwergewichten Ryanair und Wizz Air geprägt. Diese Fluggesellschaften haben in den letzten Jahren ihre Präsenz in der Türkei und den angrenzenden Märkten massiv ausgebaut.

AJet muß in diesem Umfeld durch eine moderne und kosteneffiziente Flotte sowie durch ein attraktives Streckennetz überzeugen. Der Geschäftsführer von CDB Aviation, Jie Chen, zeigte sich in einer Stellungnahme überzeugt, daß die neuen Flugzeuge dazu beitragen werden, daß AJet „ein wichtiger Teil der Low-Cost-Luftfahrtindustrie auf globaler Ebene“ wird. Dies belegt die strategischen Ambitionen von AJet, sich nicht nur als türkischer Regionalanbieter, sondern als ernstzunehmender internationaler Akteur zu etablieren, der in der Lage ist, sich mit den größten Namen der Branche zu messen.

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