Die türkische Billigfluggesellschaft AJet hat ihr Angebot am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ausgebaut. Die Tochtergesellschaft von Turkish Airlines verbindet ab sofort die Bundeshauptstadt direkt mit der Urlaubsregion Bodrum an der türkischen Ägäis.
Die Flüge werden im aktuellen Sommerflugplan einmal wöchentlich, jeweils am Dienstag, durchgeführt. Für die Strecke setzt das Unternehmen Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max 8 ein, die aus den Beständen des Mutterkonzerns stammen und über eine Kapazität von 189 Sitzplätzen verfügen.
Die neue Flugverbindung ist Teil eines umfassenderen Programms für den Sommer 2026, mit dem das Luftfahrtunternehmen mehrere europäische Großstädte an das touristische Zentrum Bodrum anbindet. Zu den weiteren Zielen im deutschsprachigen Raum gehören in dieser Saison unter anderem Hamburg, Hannover, Nürnberg, Bremen, Leipzig und Wien. Damit übernimmt das Unternehmen Strecken, die in der Vergangenheit teilweise direkt von der Muttergesellschaft bedient wurden. Am Flughafen Berlin Brandenburg konkurriert die Fluglinie auf dieser Route direkt mit dem etablierten Anbieter SunExpress, der ebenfalls Direktflüge an die türkische Westküste anbietet.
Branchenbeobachter bewerten die Aufnahme solcher saisonalen Routen als Reaktion auf die anhaltend hohe Nachfrage im europäischen Badetourismus, weisen jedoch gleichzeitig auf die Risiken der starken Fokussierung auf den Ferienverkehr hin. Die Wirtschaftlichkeit solcher reinen Sommerverbindungen hängt stark von einer konstanten Auslastung während der Hauptferienmonate ab. In den kühleren Übergangsmonaten bricht die Nachfrage im Tourismussektor erfahrungsgemäß deutlich ein, was den Druck auf die Erlöse pro Sitzplatzmeile erhöht. Zudem agiert der Markt für Türkei-Flüge in einem stark umkämpften Niedrigpreissegment, das von hoher Preissensibilität der Verbraucher geprägt ist.
Zusätzlich verweisen Marktanalysten auf die volatile Netzplanung des Anbieters in den vergangenen Monaten. AJet hatte im Vorfeld des aktuellen Flugplans mehrfach operative Anpassungen vorgenommen und Verbindungen zu anderen mitteleuropäischen Zielen aufgrund von Auslastungsproblemen oder Flottenengpässen kurzfristig reduziert oder gestrichen. Die langfristige Etablierung der neuen Route ab Berlin wird somit maßgeblich davon abhängen, ob sich die Fluggesellschaft gegen die Konkurrenz durchsetzen und stabile Buchungszahlen über die gesamte Sommersaison hinweg generieren kann.