Die indische Low-Cost-Fluggesellschaft Akasa Air verhandelt mit dem US-amerikanischen Flugzeugbauer Boeing über eine Großbestellung von mehr als 200 Passagierflugzeugen der Baureihe 737 Max.
Wie Branchenkreise berichten, zielt das geplante Geschäft auf die langfristige Kapazitätssicherung des Flottenwachstums über das Jahr 2032 hinaus ab. Eine finale Entscheidung über die Auftragsvergabe wird für Anfang 2027 erwartet, während die detaillierten Liefer- und Konditionsvereinbarungen im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2027 unterzeichnet werden sollen. Weder Akasa Air noch Boeing wollten die laufenden Gespräche bislang offiziell kommentieren.
Die 2022 gegründete Fluggesellschaft mit Sitz in Mumbai hat sich innerhalb kurzer Zeit zur drittgrößten Fluggesellschaft auf dem indischen Binnenmarkt entwickelt. Derzeit betreibt Akasa Air eine Flotte von 43 Maschinen des Typs Boeing 737 Max und hat aus früheren Kontrakten noch offene Bestellungen über 226 Flugzeuge vorliegen, die im kommenden Jahrzehnt schrittweise ausgeliefert werden sollen. Bis März 2027 strebt die Führung des Unternehmens ein Kapazitätswachstum von rund 30 Prozent an, um Marktanteile gegenüber den etablierten Konkurrenten IndiGo und der Air-India-Gruppe zu sichern.
Der ambitionierte Flottenausbau erfolgt vor dem Hintergrund einer intensiven Marktkonzentration und hoher betrieblicher Fixkosten im indischen Zivilluftfahrtsystem. Neben den Beschaffungskosten für neues Fluggerät belasten steuerliche Abgaben auf Kerosin und steigende Flughafengebühren die Bilanzen der Markteinsteiger. Finanzvorstand Ankur Goel räumte bereits ein, dass das Unternehmen die Inanspruchnahme staatlicher Kreditgarantieprogramme prüft, um den Liquiditätsbedarf für die anstehenden Investitionen und die operative Expansion abzusichern.
Luftfahrtanalysten weisen darauf hin, dass die indische Luftfahrtbranche zwar stark wächst, der Preiskampf auf den Inlandsstrecken jedoch die Renditen der Fluggesellschaften stark schmälert. Zudem ist der Hersteller Boeing nach wie vor mit Engpässen in den globalen Lieferketten und Verzögerungen bei den Auslieferungsplänen konfrontiert. Für Akasa Air hängt der geplante Netzaufbau im internationalen Flugverkehr maßgeblich davon ab, ob die bestellten Flugzeuge fristgerecht übergeben werden können.