Die deutsche Luftverkehrsbranche schlägt Alarm: Die Rahmenbedingungen für die Luftfracht haben sich nach übereinstimmender Ansicht weiter verschlechtert. Der internationale Airline-Verband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) unterstützt daher nachdrücklich ein Positionspapier des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mit dem Titel „Starke Luftfracht für eine starke deutsche Wirtschaft“, das fünf Kernforderungen zur Stärkung des Standortes formuliert. Auf der Fachmesse transport logistic in München, in deren Rahmen ab dem 2. Juni 2025 die Air Cargo Europe stattfindet, will BARIG diese Themen in den Mittelpunkt rücken.
BARIG-Vorstandsvorsitzender Michael Hoppe betont, daß die vorgeschlagenen Maßnahmen zu einer umfassenden Kostensenkung führen und eine weitreichende Entbürokratisierung der Prozesse unerläßlich sei, damit Deutschland im Fracht- und Logistikgeschäft wieder eine Spitzenposition einnehmen könne. Er weist darauf hin, daß die Attraktivität Deutschlands als Frachtstandort für internationale Fluggesellschaften zuletzt deutlich abgenommen habe, was andere Standorte mit niedrigeren Kosten und stärkerer staatlicher Unterstützung begünstige. Hoppe sieht jedoch Spielraum in den nationalen und europäischen Rahmenbedingungen, um hier gegenzusteuern.
Die fünf Kernforderungen umfassen die Reduzierung staatlicher Standortkosten, eine einheitliche Umsetzung der EU-Standards für Luftsicherheit, bedarfsgerechte Betriebszeiten an den Luftfracht-Drehkreuzen, eine einheitliche Umsetzung der EU-Zollstandards sowie eine vereinfachte Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer. Die Branche argumentiert, daß praxisfern ausgelegte Vorschriften und hohe Abgaben die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfrachtstandortes Deutschland zunehmend gefährden und Warenströme ins Ausland abwandern ließen. Die Umsetzung dieser Forderungen durch die Politik sei wesentlich, um die Luftfracht und damit die deutsche Wirtschaft nachhaltig zu stärken.