Alaska Airlines, gestärkt durch die Fusion mit Hawaiian Airlines, beschleunigt den Ausbau ihres internationalen Streckennetzes. Mit der Einführung des ersten Direktfluges von Seattle-Tacoma International Airport (SEA) nach Rom Fiumicino Airport (FCO) im April 2026 wagt die US-Fluggesellschaft einen bedeutenden Schritt über den Pazifik hinaus in den europäischen Markt. Die neue tägliche Verbindung, die den zuvor geplanten viermal wöchentlichen Betrieb ersetzt und damit die Kapazitäten erhöht, wird mit der neu erworbenen Boeing 787-9 Flotte durchgeführt.
Die Route nach Rom ist nicht nur die erste Nonstop-Verbindung zwischen Seattle und Italien, sondern erfüllt auch einen langjährigen Wunsch der Passagiere, da Rom als die gefragteste europäische Destination galt, die bisher nicht direkt ab Seattle bedient wurde. Die strategische Bedeutung der neuen Route wird durch das persönliche Engagement von CEO Ben Minicucci unterstrichen, dessen Eltern aus Italien in die Vereinigten Staaten emigrierten. Die Expansion nach Europa markiert den Beginn einer umfassenden Langstreckenstrategie, die Alaska Airlines bis 2030 auf mindestens zwölf interkontinentale Ziele ausdehnen will.
Beschleunigter Start und Kapazitätssteigerung
Der ursprünglich für Mai 2026 angekündigte Start des Rom-Fluges wurde leicht vorgezogen. Der Erstflug (AS 180) von SEA nach FCO ist nun für den 28. April 2026 angesetzt. Die Fluggesellschaft hat zudem ihre Pläne revidiert und wird die Strecke nicht viermal wöchentlich, sondern sofort täglich bedienen. Diese Steigerung der Frequenz auf eine tägliche Verbindung spiegelt das hohe Vertrauen in die Nachfrage auf dieser transatlantischen Route wider.
Die Flugdaten sehen wie folgt aus:
- Flug AS 180 (SEA nach FCO): Abflug um 5:30 Uhr Ortszeit Seattle, Ankunft um 13:15 Uhr Ortszeit Rom.
- Flug AS 181 (FCO nach SEA): Abflug um 15:25 Uhr Ortszeit Rom, Ankunft um 17:45 Uhr Ortszeit Seattle.
Die Flugzeit beträgt dabei annähernd 10 Stunden und 45 Minuten, um eine Distanz von 4.943 nautischen Meilen (9.154 km) zu überbrücken. Der neue Flug wird Passagieren im pazifischen Nordwesten und darüber hinaus eine bequeme Ein-Stopp-Verbindung von der gesamten US-Westküste und sogar Hawaii nach Rom ermöglichen.
Flottenwechsel und strategische Vorteile der 787-9
Die neue Langstreckenstrategie von Alaska Airlines wird durch die Boeing 787-9 Dreamliner ermöglicht, die durch die Fusion mit Hawaiian Airlines im Jahr 2024 in die Flotte integriert wurden. Diese Flugzeuge erhalten ein neues Erscheinungsbild von Alaska Airlines und sind für die neue „Global Experience“ des Carriers auf Langstrecken ausgelegt.
Die Wahl von Seattle als Ausgangsbasis für die interkontinentale Expansion ist strategisch begründet. Gemäß der im Dezember 2024 präsentierten „Alaska Accelerate“-Strategie liegt Seattle im Vergleich zu anderen großen Drehkreuzen der Westküste, wie Los Angeles International Airport (LAX) und San Francisco International Airport (SFO), näher an 90 Prozent der Weltbevölkerung. Konkret bietet Seattle einen Entfernungsvorteil von 10 Prozent beim Flug nach Rom im Vergleich zu einem Abflug ab Los Angeles oder San Francisco. Dieser geografische Vorteil ermöglicht kürzere Flugzeiten und potenziell niedrigere Betriebskosten auf den neuen Routen.
Rom als Wunschziel der Passagiere
Alaska Airlines reagiert mit der neuen Verbindung auf eine klare Marktanforderung. Die Fluggesellschaft identifizierte Rom als die beliebteste europäische Stadt, die bisher nicht direkt von Seattle aus angeflogen wurde. Die Nachfrage nach einer Nonstop-Verbindung wurde demnach „kontinuierlich von Mileage Plan-Mitgliedern am häufigsten gewünscht“.
Bisher erfolgte eine der bequemsten Verbindungen zwischen Seattle und Rom über einen Zwischenstopp am Chicago O’Hare International Airport (ORD), von wo aus Reisende auf die Nonstop-Flüge von American Airlines nach Rom Fiumicino umsteigen mussten. Da Alaska Airlines und American Airlines Mitglieder der globalen oneworld Allianz sind und Code-Sharing-Partner auf Inlandsflügen, gab es bereits eine funktionierende Anbindung über die Allianz-Struktur. Die neue Direktverbindung eliminiert jedoch den Umstieg und verbessert den Reisekomfort und die Geschwindigkeit erheblich.
Für CEO Ben Minicucci hat die Strecke zudem eine persönliche Komponente, da seine Eltern aus Italien in die USA eingewandert sind. Dies verleiht der strategischen Entscheidung eine emotionale Bedeutung für die Führungsebene der Fluggesellschaft.
Ausbau der Langstreckenbasis Seattle
Rom wird die dritte Interkontinental-Destination, die Alaska Airlines nach der Fusion mit Hawaiian Airlines ab Seattle bedient, und unterstreicht die Transformation der Fluggesellschaft hin zu einem global agierenden Netzwerk-Carrier. Die ersten beiden eingeführten Langstrecken waren bereits asiatische Ziele, die ebenfalls mit der Boeing 787-9 bedient werden:
- Tokio Narita International Airport (NRT): Startete am 12. Mai.
- Seoul Incheon International Airport (ICN): Startete am 12. September.
Der Carrier plant die europäische Expansion noch weiter voranzutreiben. London Heathrow (LHR) und Reykjavík (KEF) wurden bereits als weitere europäische Ziele angekündigt. Obwohl genaue Starttermine noch ausstehen, werden diese Flüge ebenfalls für das Frühjahr 2026 erwartet. Die Routen nach Rom, London und Reykjavík werden somit die vierte, fünfte und sechste von mindestens zwölf interkontinentalen Destinationen sein, die Alaska Airlines bis zum Jahr 2030 von ihrem Heimatflughafen in Seattle aus bedienen will. Diese Expansion zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit des pazifischen Nordwestens als wichtiger internationaler Verkehrsknotenpunkt zu stärken und die Abhängigkeit von den traditionellen Drehkreuzen in Kalifornien zu reduzieren.