Die Führungsfrage beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig ist nach mehrmonatiger Vakanz geklärt. Seit dem 1. August 2026 steht Alexander Schott an der Spitze der zivilen Luftfahrtbehörde.
Der Volljurist und bisherige Ministerialdirigent folgt auf Jörg Werner Mendel, der bereits Ende Januar 2026 in die passive Phase der Altersteilzeit getreten war. Schott wechselt aus dem Bundesministerium der Verteidigung nach Niedersachsen, wo er zuletzt als Direktor für Forschung und Innovation sowie für Cyber- und KI-Konzeptionen verantwortlich zeichnete. Er ist der achte Präsident seit der Gründung der Behörde.
Der Führungswechsel beim LBA erfolgt in einer Phase organisatorischer Herausforderungen. Die Aufsichtsbehörde war im Jahr 2025 durch Vorwürfe einer ehemaligen Führungskraft unter Druck geraten. Diese hatte dem flugmedizinischen Referat der Behörde Mängel bei den Prüfverfahren und eine Missachtung verwaltungsrechtlicher Grundsätze vorgehalten. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr reagierte auf den Vorgang mit der Anordnung eines Maßnahmenbündels zur Anpassung der Arbeitsabläufe und zur Vereinheitlichung der Prüfpraxis.
In seiner neuen Funktion steht Schott vor der Aufgabe, die bundesweite Aufsicht über die Sicherheit der zivilen Luftfahrt zu steuern. Zu den Kernaufgaben des Amtes mit seinen rund 1.000 Mitarbeitern gehören die Zulassung von Luftfahrzeugen, die Lizenzierung von Flugpersonal sowie die Zertifizierung von Luftfahrtunternehmen und Ausbildungsbetrieben. Neben der Abwicklung des Tagesgeschäfts gilt die Modernisierung der behördlichen Verwaltungsprozesse als eine der vordringlichen Aufgaben für die Behördenleitung.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Wechsel von einem Experten aus dem Verteidigungskontext an die Spitze einer zivilen Regulierungsinstitution ein genaues Ausbalancieren der behördlichen Aufgaben erfordert. Während die Einbindung moderner Informationstechnologien in die Verwaltungspraxis vorangetrieben werden muss, verlangen die zivilen Akteure des Luftverkehrsmarktes vor allem berechenbare und rechtssichere Genehmigungsverfahren. Wie effektiv die strukturellen Anpassungen im Amt unter der neuen Leitung umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.