Die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) setzt ihre Zusammenarbeit mit dem Braumeister Naohiko Noguchi und dessen Manufaktur Noguchi Naohiko Sake Institute im Geschäftsjahr 2027 fort.
Die Verlängerung des Ausschanks auf internationalen Langstreckenflügen fällt zeitlich mit einer Auszeichnung des 93-jährigen Meisters zusammen: Der japanische Kulturrat hat dem Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie im Oktober 2026 die Nominierung Noguchis als Bewahrer bedeutenden immateriellen Kulturguts – im Sprachgebrauch als „Lebender Nationalschatz“ bekannt – empfohlen.
Noguchi erlangte in der Branche Bekanntheit durch seine Arbeit bei der Verfeinerung der traditionellen Ginjo-Brautechnik und hat die handwerkliche Herstellung des Reisweins über Jahrzehnte geprägt. Die Partnerschaft zwischen der Fluggesellschaft und dem im Jahr 2017 in der Präfektur Ishikawa gegründeten Institut besteht seit der Fertigstellung des ersten Jahrgangs der Brennerei. Da die physikalischen Bedingungen in Passagierkabinen auf Reiseflughöhe das menschliche Geschmacksempfinden verändern, kommt bei den für die Fluggesellschaft produzierten Abfüllungen ein spezielles thermisches Pasteurisierungsverfahren („Hi-ire“) zum Einsatz, das die Geschmacksstabilität in der Kabine gewährleisten soll.
Im laufenden Geschäftsjahr 2026 wird das Produkt in den First- und Business-Class-Kabinen auf internationalen Routen sowie in ausgewählten Flughafen-Lounges in Japan angeboten. Mit dem Beschluss, das Angebot bis in das Geschäftsjahr 2027 zu verlängern, hält die Airline an ihrer Ausrichtung fest, regionale Handwerkstraditionen Japans im Bordprodukt zu verankern. Neben der Ausschankvereinbarung ist im Januar 2027 eine redaktionelle Würdigung der Arbeit Noguchis im Bordmagazin der Fluggesellschaft vorgesehen.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Einbindung prämierter regionaler Erzeugnisse von Netzwerk-Carriern gezielt als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um First- und Business-Class-Passagiere auf internationalen Routen genutzt wird. Die Kooperation bietet den Erzeugern eine globale Plattform zur Vermarktung traditioneller Herstellungsverfahren.