Die Unternehmensgruppe Alltours ordnet ihre Führungsebene neu und setzt auf einen erfahrenen Branchenkenner für die Leitung ihres Kerngeschäfts. Spätestens zum 1. Juni 2026 wird Dennis Schrahe die Position des Hauptgeschäftsführers der Reiseveranstalter Alltours Flugreisen und Byebye sowie der angeschlossenen Reisebüro-Kette Reisecenter Alltours übernehmen. Mit dieser Personalentscheidung, die von Inhaber Willi Verhuven persönlich initiiert wurde, strebt der viertgrößte deutsche Reiseveranstalter eine Stärkung seiner operativen und strategischen Führung an. Schrahe, der in der Touristik- und Kreuzfahrtindustrie auf mehr als 25 Jahre Erfahrung zurückblickt, löst in der Leitung der Reisebüro-Kette Benjamin Meller ab und soll die Wachstumsstrategie des Unternehmens mit besonderem Fokus auf Effizienz und Digitalisierung vorantreiben.
Die Rückkehr von Schrahe, der bereits von 2001 bis 2005 im Revenue Management von Alltours tätig war, signalisiert eine Rückbesinnung auf bewährte Partnerschaften, kombiniert mit dem Anspruch, das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Die Unternehmensgruppe setzt auf Schrahes ausgewiesene Expertise in zentralen Managementbereichen, die für den Erfolg in der dynamischen Reisebranche entscheidend sind.
Ein erfahrener Branchenveteran kehrt zurück
Dennis Schrahe bringt eine umfassende Qualifikation und eine detaillierte Kenntnis der internationalen Touristikbranche in seine neue Rolle bei Alltours ein. Seine über 25-jährige Karriere umfasst wichtige Stationen bei Branchengrößen, was ihn zu einem ausgewiesenen Experten für die komplexen Abläufe in der Reise- und Kreuzfahrtindustrie macht.
Seine Kernkompetenzen liegen insbesondere in der Erlös- und Kapazitätssteuerung (Revenue Management) sowie im Flug- und Transport-Management. In der hochgradig volatilen Reisebranche ist die effiziente Steuerung von Preisen und verfügbaren Kapazitäten – von Hotelkontingenten bis hin zu Flugsitzen – ein entscheidender Faktor für die Rentabilität eines jeden Reiseveranstalters. Schrahes Expertise in diesen Bereichen ist daher für Alltours, das im hart umkämpften Massentourismus agiert, von höchster strategischer Bedeutung.
Darüber hinaus verfügt der 52-Jährige über umfassende Erfahrung im Krisen-Management und in der strategischen Unternehmenssteuerung sowie in der Digitalisierung. Angesichts der globalen Herausforderungen, mit denen die Reiseindustrie in den letzten Jahren konfrontiert war, sind Fähigkeiten im Krisen- und Risikomanagement unverzichtbar. Die Digitalisierung von Vertriebswegen, Prozessen und Kundenerfahrungen stellt zudem einen der zentralen Wettbewerbsfaktoren der Gegenwart dar.
Zu den wichtigsten beruflichen Stationen Schrahes zählen Führungspositionen bei Aida Cruises und der TUI Group, zwei der größten Akteure im europäischen Reisemarkt. Die Rückkehr zu Alltours ist dabei eine Heimkehr: Bereits zwischen 2001 und 2005 verantwortete Schrahe das Revenue Management des Veranstalters und arbeitete somit schon damals eng mit dem Unternehmensgründer Willi Verhuven zusammen.
Die strategische Vision des Inhabers Willi Verhuven
Inhaber Willi Verhuven kommentierte die Personalentscheidung als eine Rückkehr eines „erfahrenen Vollblut-Touristikers“ und hob die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit in der Vergangenheit hervor. Verhuvens Vertrauen in Schrahes Fähigkeiten basiert auf einer ähnlichen Karrierephilosophie: „Er hat – wie ich selbst – im Reisebüro begonnen und die Touristik von der Pike auf gelernt.“ Diese Betonung der praktischen Ausbildung von der Basis an ist ein wichtiger Hinweis auf die Unternehmenskultur von Alltours.
Verhuven betonte, dass Schrahe ein tiefgreifendes, profundes touristisches Know-how mit strategischem Denken und Führungsstärke vereine. Dies zeugt von der Erwartung, dass Schrahe nicht nur das operative Geschäft effizient führen, sondern auch die langfristige strategische Ausrichtung der Veranstaltersparte gestalten soll. Die klare Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Kunden, Partner und Mitarbeiter, die Verhuven ansprach, deutet auf den Wunsch nach einer ausgewogenen Unternehmensführung hin, die sowohl interne als auch externe Beziehungen pflegt.
Die Unternehmensgruppe Alltours, die neben dem Kerngeschäft der Veranstalter Alltours und Byebye auch über eine eigene Hotelkette (Allsun) und die Reisebüro-Kette (Reisecenter Alltours) verfügt, benötigt eine starke und zentralisierte Führung. Die Übertragung der Verantwortung für die Veranstalter und die Reisebüro-Sparte an Schrahe legt nahe, dass Verhuven eine enge Abstimmung zwischen diesen Geschäftsbereichen wünscht, um die vertikale Integration innerhalb des Konzerns weiter zu optimieren.
Der deutsche Veranstaltermarkt und die Herausforderungen für Alltours
Alltours gilt als der viertgrößte Reiseveranstalter im deutschen Markt und operiert in einem hochkompetitiven Umfeld, das von Marktführern wie der TUI und der FTI Group (Stand zum Zeitpunkt der Ankündigung) sowie der DER Touristik dominiert wird. Die Reisebranche steht nach den globalen Turbulenzen der letzten Jahre vor neuen Herausforderungen: einerseits eine stark gestiegene Nachfrage, andererseits ein anhaltender Kostendruck, insbesondere bei Flug- und Hotelkapazitäten.
Die operative Führung von Alltours durch Dennis Schrahe wird sich daher auf mehrere strategische Pfeiler konzentrieren müssen:
- Kapazitäts- und Preisführerschaft: Durch eine optimierte Erlössteuerung muss Alltours seine Margen sichern und gleichzeitig attraktive Preise für die Massenmärkte anbieten, in denen der Veranstalter traditionell stark ist.
- Digitalisierung des Vertriebs: Die Verschiebung des Buchungsverhaltens hin zu Online-Kanälen erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Plattformen und Prozesse, um mit den reinen Online-Anbietern mithalten zu können.
- Konsolidierung der Vertriebswege: Die Zusammenführung der Veranstaltertätigkeit mit der Leitung der Reisecenter Alltours (die bisher von Benjamin Meller geführt wurden) kann Synergien zwischen dem Direktvertrieb und den Veranstalterprodukten schaffen. Dies ist entscheidend, um die gesamte Wertschöpfungskette effizienter zu gestalten.
Die Tatsache, dass der Wechsel spätestens zum 1. Juni 2026 erfolgen soll, gewährt dem Unternehmen und dem scheidenden Benjamin Meller ausreichend Zeit für einen geordneten Übergabeprozess, um die Geschäftsleitung in der wichtigen Hochsaison des Sommergeschäfts nicht zu gefährden. Der Fokus von Alltours bleibt auf der Stärkung der Marktposition und der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit in einem weiterhin dynamischen und anspruchsvollen globalen Reisemarkt.