Deutscher Reisepass (Foto: Robert Spohr).
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Amadeus plant Milliardeninvestition in biometrische Identitätstechnologien

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Der spanische Reise-Technologiekonzern Amadeus hat seine Absicht bekannt gegeben, den französischen Spezialisten für biometrische Identifikationsdienstleistungen, Idemia Public Security (IPS), für 1,2 Milliarden Euro zu übernehmen.

Nach einem intensiven Bieterverfahren sicherte sich das in Madrid ansässige Unternehmen den Zuschlag für den Geschäftsbereich der Idemia-Gruppe. Ziel der Akquisition ist es, die Marktposition im Bereich der Flughafeninfrastruktur und Grenzkontrollsysteme massiv auszubauen. IPS beschäftigt weltweit rund 3.300 Mitarbeiter und betreut über 600 Kunden, darunter staatliche Behörden sowie private Organisationen, die auf hochsichere Zugangslösungen angewiesen sind.

Diese Übernahme markiert eine konsequente Fortführung der Expansionsstrategie von Amadeus, die bereits im Jahr 2024 durch den Kauf des biometrischen Anbieters Vision-Box eingeleitet wurde. Durch die Integration der Technologien von IPS strebt Amadeus an, zum zentralen Koordinator des globalen Reise-Ecosystems aufzusteigen. Die biometrische Identitätsprüfung soll dabei als technisches Rückgrat fungieren, um Prozesse von der Hotelbuchung über die Grenzkontrolle bis hin zum Boarding vollständig zu automatisieren. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und modernen Identitätsplattformen sollen Identitätsprüfungen in Echtzeit möglich werden, was die Abwicklungsgeschwindigkeit an internationalen Verkehrsknotenpunkten signifikant erhöht.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden, wobei ein Abschluss der Übernahme für Mitte 2027 prognostiziert wird. Idemia Public Security bringt jahrzehntelange Erfahrung in der Kryptografie und im Datenmanagement in den Konzern ein, die weit über den klassischen Luftverkehr hinausgehen. So umfasst das Portfolio von IPS auch Lösungen für den Bürgerschutz und das Identitätsmanagement in regulierten Industriebereichen. Für Amadeus bedeutet dieser Zuwachs eine erhebliche Vertiefung der technischen Kompetenzen bei der Verknüpfung von physischer und digitaler Identität, was in der Branche als entscheidender Wettbewerbsfaktor für die kommenden Jahre gilt.

Branchenexperten werten diesen Schritt als Reaktion auf den weltweit steigenden Bedarf an automatisierten Grenzabfertigungssystemen und kontaktlosen Reiseprozessen. Während Amadeus bisher vor allem für seine Reservierungssysteme (GDS) bekannt war, wandelt sich das Unternehmen durch solche Zukäufe immer stärker zu einem integrierten Infrastrukturdienstleister. Die Bündelung der Kapazitäten von Amadeus, Vision-Box und nun IPS schafft einen globalen Marktführer im Bereich der biometrischen Reiseunterstützung, der in der Lage ist, geschlossene Systemketten für Fluggesellschaften, Flughäfen und staatliche Behörden aus einer Hand anzubieten.

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