Boeing 737-Max-8 (Foto: Tomás Del Coro).
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American Airlines prüft Amazons Leo-Satellitennetzwerk für Hochgeschwindigkeits-WLAN an Bord

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American Airlines, eine der größten Fluggesellschaften der Welt, führt derzeit Gespräche mit Amazon über die Nutzung des neuen Satellitennetzwerks Amazon Leo für die Bereitstellung von WLAN-Diensten an Bord ihrer Flugzeuge. Dies bestätigte CEO Robert Isom in einem Interview, wobei er betonte, dass die Diskussionen das Low-Earth-Orbit (Leo)-Satellitennetzwerk von Amazon, das früher als Project Kuiper bekannt war, betreffen. Die Offenheit über diese Verhandlungen signalisiert einen möglichen Strategiewechsel der Fluggesellschaft, die damit auf den wachsenden Wettbewerb im Bereich der Konnektivität in der Luft reagiert.

Das Ziel von American Airlines ist klar formuliert: „Wir stellen sicher, dass American das bekommt, was unsere Kunden brauchen“, so Isom. Er äußerte sich zwar nicht zum aktuellen Stand der Verhandlungen oder ob eine baldige Entscheidung zugunsten von Amazon bevorsteht, doch allein die Erwägung einer Partnerschaft mit einem neuen Marktteilnehmer wie Amazon Leo unterstreicht den Wunsch des Carriers nach schnelleren und zuverlässigeren Konnektivitätslösungen.

Der Wandel im In-Flight-WLAN-Markt

American Airlines hat sich in der Vergangenheit auf eine Kombination aus traditionellen Satellitenanbietern wie Viasat und Intelsat verlassen. Erst kürzlich hatte die Fluggesellschaft angekündigt, ab Januar 2026 in einer separaten Partnerschaft mit AT&T kostenloses WLAN für ihre Mitglieder des AAdvantage-Treueprogramms auf Flugzeugen anzubieten, die mit Viasat- und Intelsat-Systemen ausgestattet sind. Dieser Dienst soll auf dem Großteil der Kurz- und Mittelstreckenflotte verfügbar sein. [Table comparing the performance characteristics of LEO and GEO satellite systems]

Die Hinwendung zu Gesprächen über eine Leo-Option zeigt, dass American Airlines die Notwendigkeit sieht, mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt zu halten. Die etablierten geostationären (GEO) Satellitensysteme, die in einer sehr hohen Umlaufbahn (ca. $36.000\,\text{km}$) operieren, haben strukturelle Einschränkungen hinsichtlich Latenz und Durchsatz. Die neue Generation von Leo-Netzwerken, die in niedrigeren Erdumlaufbahnen (ca. $500\text{ bis }1.200\,\text{km}$) arbeiten, bietet hingegen eine deutlich geringere Latenz und höhere Geschwindigkeiten.

Amazons Leo als Starlink-Konkurrent

Amazon Leo, dessen kommerzieller Rollout für das Jahr 2026 angestrebt wird, ist direkt darauf ausgerichtet, mit SpaceX’s Starlink zu konkurrieren. Starlink hat in den letzten zwei Jahren bereits erhebliche Marktanteile im Bereich der Luftfahrt gewonnen. Große Konkurrenten von American Airlines, darunter United Airlines, Alaska Airlines und Emirates, haben bereits Verträge über die flächendeckende oder teilweise Ausrüstung ihrer Flotten mit Starlink abgeschlossen. Diese frühen Partnerschaften haben die Erwartungen der Passagiere an das In-Flight-WLAN signifikant erhöht, was einen spürbaren Wettbewerbsdruck auf alle Airlines ausübt, die noch ältere Technologien nutzen.

Amazon hat bisher über 150 seiner geplanten Tausenden von Satelliten in die Umlaufbahn gebracht und im November 2025 mit einem begrenzten Vorschauprogramm für ausgewählte Unternehmenskunden begonnen. Das Leo-System ist darauf ausgelegt, über ein globales Netz von Satelliten eine Breitbandverbindung mit geringer Latenz anzubieten. Die theoretische Leistung der Leo-Satelliten ist mit potenziellen Downloadgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde (bei den Enterprise-Terminals) deutlich höher als die Kapazität älterer Systeme.

Strategische Überlegungen von American Airlines

Das Interesse von American Airlines an Amazon Leo kann als strategisches Manöver gewertet werden, um alternative Optionen zu Starlink zu bewerten. Durch die Verhandlung mit Amazon, dem finanzstarken Konkurrenten von SpaceX, könnte American Airlines einen Vorteil bei der Preisgestaltung und den vertraglichen Konditionen erzielen.

CEO Isom deutete an, dass die Technologie so schnell voranschreitet, dass die Airline alle Möglichkeiten offen halten möchte. Er merkte an, dass mit dem Aufkommen der neuen LEO-Netzwerke „bessere Geschäfte zu machen“ seien. Diese Haltung spiegelt die neue Dynamik auf dem Markt wider: Der Wettbewerb zwischen mehreren LEO-Anbietern – neben Starlink und Amazon Leo drängen auch andere, wie OneWeb, auf den Markt – könnte die Preise für hochmoderne In-Flight-Konnektivität zugunsten der Fluggesellschaften senken.

Für Amazon wäre die Gewinnung von American Airlines als Großkunde ein bedeutender Erfolg und ein wichtiger Schritt zur Etablierung von Amazon Leo im Luftfahrtsektor. Fluggesellschaften stellen ein hochsichtbares und anspruchsvolles Testfeld für neue Satellitentechnologien dar, was Amazon motiviert, frühzeitig Partnerschaften abzuschließen, während der Aufbau der Satellitenkonstellation noch im Gange ist.

Offene Fragen und Zukünftige Integration

Unklar bleibt, ob Amazon Leo die derzeitigen WLAN-Anbieter von American Airlines vollständig ersetzen oder lediglich ergänzen würde, insbesondere auf Langstreckenflügen, die derzeit oft mit Panasonic-Systemen ausgestattet sind. Die Integration eines neuen LEO-Systems erfordert erhebliche Investitionen in neue Antennen und Bordhardware. Auch die technische Einbindung des neuen Systems in das bereits angekündigte kostenlose WLAN-Programm für AAdvantage-Mitglieder, das über die bestehenden Viasat- und Intelsat-Netzwerke realisiert werden soll, wirft Fragen auf.

Die Tatsache, dass der CEO die Gespräche öffentlich macht, signalisiert, dass American Airlines sowohl den Passagieren als auch den Wettbewerbern klar kommunizieren will, dass die Fluggesellschaft eine aggressive Strategie zur Verbesserung ihrer Konnektivitätsangebote verfolgt und bereit ist, neue Wege zu gehen, um im Hinblick auf Passagiererlebnis und operative Effizienz wettbewerbsfähig zu bleiben. Experten rechnen damit, dass sich die LEO-Technologie in den kommenden Jahren als neuer Industriestandard für Flugzeug-WLAN durchsetzen wird.

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