Boeing 787 (Foto: Jan Gruber).
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Amerikanische Jury verurteilt American Airlines zu Schadenersatz

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Eine US-amerikanische Jury in San Jose, Kalifornien, hat die Fluggesellschaft American Airlines zu einer Schadensersatzzahlung von 9,6 Millionen Dollar verurteilt. Die Jury befand die Fluglinie für haftbar, da sie während eines internationalen Fluges medizinische Protokolle mißachtet hatte. Der Vorfall ereignete sich im November 2021, als der damals 67-jährige Passagier Jesus Plasencia auf einem Flug von Miami nach Madrid zwei Schlaganfälle erlitt. Seine Anwälte argumentierten, daß die Verzögerung der medizinischen Behandlung den Zustand des Mannes erheblich verschlimmerte.

Laut den Gerichtsdokumenten erlitt Jesus Plasencia bereits vor dem Start einen leichten Schlaganfall. Obwohl seine Ehefrau das Kabinenpersonal und den Piloten auf die Symptome aufmerksam machte, wurde keine medizinische Hilfe angefordert. Stattdessen entschied der Pilot, den Start fortzusetzen. Mitten im Flug erlitt der Passagier dann einen zweiten, schwereren Schlaganfall. Anstatt das Flugzeug umzuleiten, bat die Crew Mitreisende, sich um den Mann zu kümmern, bis die Maschine in Madrid landete. Nach der Ankunft in Spanien wurde Plasencia in kritischem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er mehr als drei Wochen verbrachte. Er kann heute nicht mehr sprechen oder schreiben und ist auf ständige Pflege angewiesen.

Die Jury stützte ihr Urteil auf die Montreal Convention, ein internationales Abkommen, das die Haftung von Fluggesellschaften bei internationalen Flügen regelt. Sie kam zu dem Schluß, daß American Airlines ihre eigenen Notfallprotokolle nicht eingehalten habe. Darren Nicholson, der Anwalt der Familie, nannte die Reaktion der Fluggesellschaft „schockierend“. Nach dem Urteil gab American Airlines eine Erklärung ab, in der sie betonte, die Sicherheit der Passagiere habe höchste Priorität. Dennoch erklärte die Fluglinie, mit dem Urteil nicht einverstanden zu sein und mögliche nächste Schritte zu prüfen. Der Fall unterstreicht die Verantwortung der Fluggesellschaften, bei medizinischen Notfällen an Bord schnell und nach festgelegten Vorschriften zu handeln.

Schlaganfall-Experten weisen darauf hin, daß die schnelle Erkennung von Symptomen wie Gleichgewichtsverlust, Sehstörungen, Lähmungen im Gesicht, Armschwäche und Sprachstörungen (das sogenannte BEFAST-System) entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist. Eine sofortige medizinische Intervention hätte möglicherweise die Folgen für den Passagier abmildern können.

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