Am 29. Mai 2024 ereignete sich am Flughafen Amsterdam Schiphol (AMS) ein schockierender Vorfall, bei dem ein Mitarbeiter eines am Flughafen tätigen Unternehmens durch Selbstmord ums Leben kam. Die Königliche Marechaussee (Koninklijke Marechaussee, KMar), die Königliche Niederländische Polizei, hat nun bestätigt, dass der Tod des Mannes vorsätzlich herbeigeführt wurde. Diese tragische Nachricht wirft ein Licht auf die Herausforderungen und Gefahren, denen Flughafenmitarbeiter ausgesetzt sein können, und die Notwendigkeit von verstärkter psychologischer Unterstützung und Sicherheitsmaßnahmen.
Laut den Ermittlungen der KMar stürzte der Mann in das laufende Triebwerk eines KLM Cityhopper Embraer E190 Flugzeugs. Der Vorfall ereignete sich kurz nach Abschluss des Pushbacks, als das Flugzeug sich auf den Abflug vorbereitete. Die Polizei bestätigte, dass es sich um eine vorsätzliche Handlung handelte, und verzichtete aus Rücksicht auf die Familie und Angehörigen des Verstorbenen auf weitere Erklärungen.
Das betroffene Flugzeug, mit der Registrierung PH-EZL, sollte an diesem Tag den KLM-Flug KL1341 von Amsterdam nach Billund (BLL) durchführen. Daten von Flightradar24 zeigten, dass ein Ersatzflugzeug desselben Typs, registriert als PH-EZM, die Strecke nach dem Zwischenfall übernahm. Seit dem Vorfall wurde das ursprünglich involvierte Flugzeug nicht wieder eingesetzt.
Die Embraer E190 mit der Registrierung PH-EZL wurde am 21. Januar 2010 an KLM Cityhopper ausgeliefert und hat bis zum 28. Februar 2019 mehr als 21.980 Flugstunden (FH) und 18.873 Flugzyklen (FC) absolviert. KLM Cityhopper, die regionale Tochtergesellschaft der niederländischen Fluggesellschaft, betreibt insgesamt 65 Flugzeuge, darunter 17 Embraer E175, 29 E190 und 18 E195-E2, die jeweils mit 88, 100 und 132 Sitzen ausgestattet sind.
Vergleich mit einem ähnlichen Vorfall
Dieser tragische Vorfall erinnert an einen ähnlichen Unfall im Dezember 2022, als eine Bodenabfertigungsmitarbeiterin von Piedmont Airlines am Montgomery Regional Airport (MGM) in das laufende Triebwerk einer Embraer E175 von Envoy Air gesaugt wurde. Das National Transportation Safety Board (NTSB) stellte in seinem vorläufigen Bericht fest, dass die Mitarbeiterin „von den Füßen weg und in das in Betrieb befindliche Triebwerk gezogen wurde“. Auch damals war das Triebwerk durch eine Rundumleuchte markiert, was auf die laufenden Betriebsbedingungen hinwies.
Diese Vorfälle werfen wichtige Fragen zur Sicherheit am Boden von Flughäfen und zur psychologischen Unterstützung von Flughafenmitarbeitern auf. Während die technischen Sicherheitsprotokolle und Markierungen wie die Rundumleuchte auf dem laufenden Triebwerk existieren, bleibt die Prävention solcher tragischen Ereignisse eine Herausforderung. Flughäfen und Fluggesellschaften müssen verstärkte Maßnahmen ergreifen, um sowohl die physische Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten als auch ihre psychische Gesundheit zu unterstützen.
Psychologische Unterstützung und Präventionsprogramme
Der Vorfall am Flughafen Schiphol unterstreicht die Notwendigkeit eines robusten psychologischen Unterstützungsnetzwerks für Flughafenmitarbeiter. Flughäfen und Luftfahrtunternehmen sollten eng mit psychologischen Fachleuten zusammenarbeiten, um regelmäßige Schulungen, präventive Programme und leicht zugängliche Beratungsdienste bereitzustellen. Die Schaffung eines unterstützenden Arbeitsumfelds kann helfen, potenziellen Stress und psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Der tragische Tod eines Mitarbeiters am Flughafen Amsterdam Schiphol hat die Luftfahrtgemeinschaft tief erschüttert und verdeutlicht die dringende Notwendigkeit verstärkter Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen. Während technische Sicherheitsprotokolle und Markierungen weiterhin von entscheidender Bedeutung sind, muss der Fokus auch auf der psychischen Gesundheit und dem Wohlbefinden der Flughafenmitarbeiter liegen. Nur durch eine umfassende Unterstützung und präventive Maßnahmen kann die Luftfahrtindustrie sicherstellen, dass solche tragischen Vorfälle in Zukunft vermieden werden.