Der japanische Luftfahrtkonzern ANA Holdings Inc. hat einen festen Auftrag über acht Regionalflugzeuge des Typs Embraer E190-E2 unterzeichnet.
Damit bringt die Muttergesellschaft der All Nippon Airways und der Billigfluggesellschaft Peach Aviation eine bereits im Juli 2026 angekündigte Kaufentscheidung auf den Weg. Der Vertrag baut auf einer ersten Festbestellung von 15 Einheiten aus dem Jahr 2025 auf und erhöht den Gesamtauftrag von ANA HD auf nunmehr 23 Maschinen dieses Typs. Zudem hält der japanische Konzern Optionen für fünf weitere Flugzeuge der E2-Familie.
Die Auslieferung der ersten Maschinen soll im Jahr 2028 anlaufen. Koji Shibata, Präsident und Vorstandsvorsitzender von ANA Holdings, begründet den Schritt mit dem Vorhaben, das regionale Streckennetz in Japan anzupassen und die operativen Betriebskosten auf schwächer ausgelasteten Inlandsrouten zu senken. Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer, dessen E-Jets seit 2009 in Japan im Einsatz sind, baut mit diesem Geschäft seine Marktpräsenz im asiatisch-pazifischen Raum aus. In diesem Marktsegment steht der Hersteller in direkter Konkurrenz zu den kleineren Mustern der Airbus-A220-Familie.
Die Entscheidung für das Flugzeugmuster reflektiert einen Strukturwandel im japanischen Luftverkehrsmarkt. Angesichts einer alternden Bevölkerung und sinkender Passagierzahlen auf Nebenstrecken setzen japanische Fluggesellschaften vermehrt auf kleineres Fluggerät unterhalb von 150 Sitzplätzen, um Frequenzen zwischen regionalen Flughäfen und den großen Drehkreuzen Tokio-Haneda und Tokio-Narita wirtschaftlich aufrechtzuerhalten. Das Modell E190-E2 soll auf diesen Routen ältere Flugzeuge ersetzen und flexiblere Kapazitätsanpassungen ermöglichen.
Branchenbeobachter verweisen jedoch darauf, dass der späte Auslieferungsbeginn ab 2028 Risiken für die Kapazitätsplanung von ANA birgt. Verzögerungen in den globalen Lieferketten für Triebwerke und Flugzeugkomponenten haben die Luftfahrtbranche in den vergangenen Jahren wiederholt belastet. Zudem erfordert der Betrieb einer gemischten Regionalflotte neben den etablierten Großraum- und Standardrumpfflugzeugen von Boeing und Airbus zusätzliche Aufwendungen für Wartung, Ersatzteilhaltung und die Umschulung des Cockpitpersonals.