Der Markt für Ferienimmobilien in Europa zeigt zum Jahreswechsel eine deutliche Zweiteilung hinsichtlich Nachfrage und Preisdynamik. Eine aktuelle Untersuchung des Anbieters Myne Homes, die auf Suchvolumenanalysen und Eurostat-Daten basiert, identifiziert Dänemark als das gefragteste Land für Kaufinteressenten.
Mit durchschnittlich 90.500 monatlichen Suchanfragen führt das skandinavische Land das Ranking mit großem Vorsprung vor Kroatien und Schweden an. Experten weisen jedoch darauf hin, dass das hohe Interesse in Dänemark oft durch restriktive gesetzliche Rahmenbedingungen für ausländische Käufer gebremst wird. Im Gegensatz dazu profitiert Kroatien von seiner steigenden Reputation als führendes Reiseziel, während Schweden zunehmend als klimatisch attraktive Alternative für langfristige Investitionen wahrgenommen wird.
Bei der Betrachtung der Preisentwicklung seit dem Referenzjahr 2015 zeigen sich enorme Diskrepanzen innerhalb des Kontinents. Den massivsten Anstieg verzeichnet die Türkei, deren Hauspreisindex auf einen Wert von 1.722 kletterte. Dieser exorbitante Zuwachs wird primär auf eine hohe Inflationsrate sowie ein begrenztes Angebot bei gleichzeitig starker Nachfrage zurückgeführt. Auch in Ungarn und Island haben sich die Immobilienpreise mit Indexwerten von 310 beziehungsweise 250 mehr als verdoppelt. Am stabilsten präsentieren sich hingegen Märkte in Nordeuropa und Südeuropa: Finnland weist mit einem Indexwert von 101 nahezu konstante Preise auf, dicht gefolgt von Italien und Zypern, was diese Länder für preisbewusste Käufer im Jahr 2026 besonders interessant macht.
Ein deutlicher Trend zeichnet sich bei der Finanzierung und Nutzung von Ferienobjekten ab. Da die Alleinhaltung hochwertiger Immobilien in Top-Lagen für viele Interessenten finanziell schwer realisierbar ist, gewinnt das Modell des verwalteten Miteigentums (Co-Ownership) an Bedeutung. Interne Daten belegen, dass im Jahr 2025 insbesondere Italien, Spanien und Österreich im Fokus der Anleger standen. In Österreich richteten sich 13,5 Prozent der Anfragen auf entsprechende Objekte, während Spanien und Italien jeweils rund ein Drittel des Interesses auf sich vereinten. Dieses Modell ermöglicht den Erwerb von Anteilen ab etwa 100.000 Euro und führt zu einer effizienteren Auslastung der Immobilien über das gesamte Jahr hinweg.
Für das kommende Jahr 2026 wird prognostiziert, dass klassische Märkte wie der Alpenraum und die Mittelmeerküste ihre Dominanz behaupten werden. Länder wie Nordmazedonien, Moldau oder Bosnien-Herzegowina bleiben hingegen aufgrund politischer Unwägbarkeiten und einer geringen touristischen Strahlkraft am unteren Ende der Beliebtheitsskala. Die Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich die Professionalisierung der Immobilienverwaltung weiter verstärken wird, um den steigenden Anforderungen der Eigentümer an Komfort und Wertstabilität gerecht zu werden. Die Wahl des Standorts bleibt dabei der entscheidende Faktor für die langfristige Wertentwicklung, wobei stabilere Märkte wie Italien derzeit als weniger überhitzt gelten als die dynamischen Wachstumsregionen im Osten.