Der in Villach ansässige Verein „Österreichs Wanderdörfer“, ein Marketingverbund zertifizierter Tourismusregionen, hat Mitte Oktober 2026 eine Kampagne zur Auslastungssteuerung in der Herbstsaison vorgelegt.
Unter dem Titel „Acht Regionen, acht Wandertipps“ bündelt der Zusammenschluss ausgewählte Tourenangebote in Tirol, Salzburg und Vorarlberg. ZIel der Initiative ist es, die Saisonalität im Alpintourismus zu entzerren und Wandergäste gezielt in frequenzschwächere Wochen außerhalb der Sommerspitzen zu lenken.
Das Portfolio der Empfehlungen reicht von Höhenwegen wie dem Wildschönauer Höhenweg über Themenpfade wie die Route zur Walsersiedlung Bürstegg in Lech Zürs am Arlberg bis hin zur Leutascher Geisterklamm in der Region Seefeld. Zudem werden Abschnitte des Königswegs am Hochkönig sowie Routen im Alpbachtal, in Altenmarkt-Zauchensee, im Großarltal und am Wilden Kaiser hervorgehoben. Die geografische Konzentration der Empfehlungen liegt damit schwerpunktmäßig auf den westlichen Bundesländern Österreichs.
Gezielte Kampagnen dieser Art gewinnen für alpine Beherbergungsbetriebe und lokale Tourismusverbände zunehmend an Bedeutung, da sich die Buchungsfenster für den Herbsturlaub krisenbedingt verkürzt haben. Durch die rechtzeitige Aufbereitung standardisierter Routendaten und digitaler Routenführungen versuchen Destinationen, die Wertschöpfung in den Monaten September bis November vor dem Beginn des Skibetriebs zu stabilisieren.
Kritische Branchenbeobachter verweisen jedoch darauf, dass die bloße Aneinanderreihung von Routenempfehlungen in Form von Pressemitteilungen im harten Wettbewerb der Alpenregionen kaum noch als Alleinstellungsmerkmal ausreicht. Zudem hängen die tatsächlichen Nächtigungszahlen im Herbst stark von den jeweiligen Witterungsverhältnissen sowie der betrieblichen Verfügbarkeit von Seilbahnen und Gastronomiebetrieben ab.