Die südamerikanische Airline-Gruppe Latam Airlines hat ihre Finanzprognose für das Gesamtjahr 2026 nach oben angepasst.
Das Unternehmen rechnet nun mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDAR) zwischen 4,1 und 4,4 Milliarden US-Dollar. Im Mai lag die Schätzung noch im Korridor von 3,8 bis 4,2 Milliarden US-Dollar. Hauptgrund für diese Anpassung ist eine Entlastung bei den erwarteten Treibstoffkosten. Wie Finanzvorstand Ricardo Bottas mitteilte, sanken die veranschlagten Preise für Kerosin von ursprünglich 170 auf 150 US-Dollar pro Barrel im dritten Quartal sowie von 150 auf 130 US-Dollar pro Barrel im vierten Quartal.
Trotz der teilweisen Entspannung beim Treibstoffpreis bewegen sich die Kerosinkosten weiterhin spürbar über dem Niveau vor dem geopolitischen Konflikt im Nahen Osten, als der Barrelpreis bei rund 90 US-Dollar lag. Dennoch rechtfertigt die gesunkene Kostenbelastung nach Einschätzung der Unternehmensführung die höhere Ergebniserwartung. Das geplante Kapazitätswachstum, gemessen an den angebotenen Sitzplatzkilometern, verbleibt für das Gesamtjahr 2026 bei unveränderten neun bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im zweiten Quartal 2026 wies der Konzern ein gemischtes Finanzergebnis aus. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 4,12 Milliarden US-Dollar, was sowohl auf ein höheres Passagieraufkommen als auch auf eine stabile Entwicklung im Frachtgeschäft zurückzuführen ist. Der Nettogewinn ging jedoch von 241,6 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf 125,2 Millionen US-Dollar zurück, was primär auf höhere operative Gesamtkosten und Wechselkurseffekte in den südamerikanischen Kernmärkten zurückzuführen ist.
Analysten betonen, dass die stärkere Auslastung der Flugzeuge und das anhaltende Nachfragewachstum im südamerikanischen Binnen- und Nordamerikaverkehr die Ertragslage stützen. Gleichzeitig bleibt die operative Entwicklung der Fluggesellschaft anfällig für Preisschwankungen am globalen Rohölmarkt sowie für Währungsturbulenzen im chilenischen und brasilianischen Markt. Das Erreichen der angehobenen Jahresziele hängt somit maßgeblich davon ab, dass die Treibstoffpreise in der zweiten Jahreshälfte nicht erneut steigen.