Am Flughafen Montréal-Trudeau in Kanada ist es am Montagabend zu einem tödlichen Arbeitsunfall auf dem Vorfeld gekommen.
Ein Mitarbeiter eines Bodenabfertigungsdienstes wurde während des Pushback-Vorgangs von einem Passagierflugzeug der französischen Fluggesellschaft French Bee erfasst. Bei der betroffenen Maschine handelte es sich um einen Airbus A350-900 mit dem Kennzeichen F-HREY. Nach dem Notruf gegen 19:30 Uhr Ortszeit wurde der Schwerverletzte in ein örtliches Krankenhaus transportiert, wo er wenig später seinen Verletzungen erlag.
Der Vorfall ereignete sich unmittelbar vor dem geplanten Start des Fluges BF5761 mit dem Ziel Paris-Orly. Die Verbindung war ursprünglich bereits für den Vortag vorgesehen gewesen und vor dem Zwischenfall erneut verschoben worden. Die Flughafenbehörde Aéroports de Montréal bestätigte den Zwischenfall als Betriebsunfall und leitete Betreuungsmaßnahmen für Augenzeugen sowie für Arbeitskollegen des Verunglückten ein. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache wurden von der kanadischen Arbeitsschutzbehörde Employment and Social Development Canada in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei und dem Transportation Safety Board of Canada (TSB) aufgenommen.
Der tragische Unfall rückt die Sicherheitsstandards auf den Vorfeldern internationaler Verkehrsflughäfen erneut in den Fokus. Beim Zurückrollen von Großraumflugzeugen (Pushback) herrschen für das Bodenpersonal aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse der Cockpitbesatzungen, hoher Lärmpegel und des Einsatzes schwerer Schleppfahrzeuge komplexe Arbeitsbedingungen. Sicherheitsbestimmungen schreiben strenge Kommunikations- und Absperrprotokolle zwischen dem Schleppfahrer, dem Einweiser und den Piloten vor, um Gefahrenbereiche rund um die Triebwerke und das Fahrwerk freizuhalten.
Branchenexperten verweisen darauf, dass hoher Zeitdruck durch Flugverzögerungen und personelle Engpässe bei Bodenabfertigungsdiensten das Fehlerrisiko bei Abfertigungsprozessen erhöhen können. Die Ermittlungsbehörden prüfen derzeit, ob bei den Abläufen im konkreten Fall Vorgaben zur Absicherung des Flugzeugumfelds missachtet wurden oder ein technischer Defekt an den Kommunikations- und Transportgeräten vorlag. Die Ergebnisse der Untersuchung dürften maßgeblich für künftige Sicherheitsauflagen im Bodenbetrieb kanadischer Flughäfen sein.