Ein Flug von Houston nach Phoenix wurde am Montagnachmittag von einem ungewöhnlichen Vorfall überschattet. Eine Passagierin zog sich während des Rollvorgangs plötzlich vollständig aus, bewegte sich schreiend durch die Kabine und forderte, das Flugzeug sofort verlassen zu dürfen. Die Crew entschied sich daraufhin, die Maschine zurück zum Gate zu bringen, wo die Frau von der Polizei empfangen wurde. Der Vorfall führte zu einer erheblichen Verspätung des Southwest-Airlines-Fluges WN733.
Der Zwischenfall ereignete sich am 3. März 2025 auf einem Flug der Southwest Airlines vom William P. Hobby Airport in Houston nach Phoenix. Während das Flugzeug, eine Boeing 737-700, sich in der Taxi-Phase befand und sich auf den Start vorbereitete, stand eine weibliche Passagierin unerwartet von ihrem Sitz auf.
Laut Zeugenaussagen zog sie sich vollständig aus – von ihrer Kopfbedeckung bis hin zu ihren Schuhen – und begann, durch die Gänge zu laufen. Dabei forderte sie lautstark, dass man sie sofort aus dem Flugzeug lassen solle. Der Vorfall sorgte zunächst für Irritation unter den Mitreisenden, die jedoch weitgehend ruhig blieben.
Ein Augenzeuge berichtete gegenüber lokalen Medien: „Als es passierte, war es zunächst wirklich beängstigend. Sie ging den Gang entlang, kam dann wieder nach vorn und begann, gegen die Cockpittür zu hämmern, während sie schrie.“
Sicherheit an Bord hat Priorität
Angesichts der unvorhersehbaren Situation entschied die Crew, die Sicherheit aller Passagiere an erste Stelle zu setzen. Das Flugzeug kehrte zum Gate zurück, wo die Frau von Beamten der Houstoner Polizei in Empfang genommen wurde. Laut einem Sprecher der Southwest Airlines habe die Fluggesellschaft für die entstandenen Unannehmlichkeiten um Verständnis gebeten und sich bei den betroffenen Passagieren entschuldigt.
Nach ihrer Rückkehr an das Gate wurde die Frau von einem Flughafenmitarbeiter in eine Decke gehüllt und anschließend einer medizinischen Untersuchung zugeführt. Laut Behörden wurden keine strafrechtlichen Schritte gegen sie eingeleitet.
Ein Sprecher der Polizei von Houston erklärte: „Es wurden keine Anklagen erhoben. Die betroffene Person wurde aus medizinischen Gründen in ein Krankenhaus eingeliefert.“
Verhalten der Passagiere: Ruhe bewahren und Besonnenheit zeigen
Obwohl der Vorfall für die Reisenden sicherlich eine verstörende Erfahrung war, blieben die meisten Passagiere auffällig ruhig. „Das Merkwürdige war, dass niemand eingriff“, erklärte ein Mitreisender. „Es schien, als ob alle sofort erkannten, dass hier ein medizinisches oder psychisches Problem vorlag, und deshalb ließ man sie einfach gewähren.“
Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde (FAA) gibt es immer noch jährlich über 2.000 Fälle von unruhigen Passagieren an Bord von Flugzeugen. Zwar sind die Zahlen nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2021 wieder etwas zurückgegangen, doch solche Vorfälle sind weiterhin eine Herausforderung für Airlines und Flugpersonal.
Sicherheitsexperten raten Passagieren in solchen Situationen dazu, Ruhe zu bewahren, sich von der betreffenden Person zu entfernen und ausschließlich dann einzugreifen, wenn dies ausdrücklich vom Bordpersonal gefordert wird.
Flug mit erheblicher Verzögerung fortgesetzt
Nachdem die Situation geklärt war, konnte Flug WN733 mit einer Verspätung von einer Stunde und 37 Minuten schließlich doch noch starten. Die Boeing 737-700 hob um 16:32 Uhr Ortszeit von Houston ab und landete um 18:13 Uhr in Phoenix.
Auch wenn es zu keiner körperlichen Auseinandersetzung kam und niemand verletzt wurde, wird der Vorfall sicherlich noch eine Weile Gesprächsthema unter den betroffenen Passagieren bleiben. Die genaue Ursache für das Verhalten der Frau ist nicht bekannt, und Southwest Airlines machte dazu keine weiteren Angaben.
Häufigkeit solcher Vorfälle in der Luftfahrt
Unruhige Passagiere sind ein wachsendes Problem für Fluggesellschaften weltweit. Neben verbalen Auseinandersetzungen und Alkoholkonsum sind es zunehmend auch psychische Ausnahmesituationen, die für Störungen an Bord sorgen. Airlines setzen daher verstärkt auf Schulungen für das Bordpersonal, um mit derartigen Situationen professionell umgehen zu können.
Letztendlich bleibt festzuhalten, dass die Crew in diesem Fall besonnen reagierte und das Flugzeug sicher an den Ausgangspunkt zurückbrachte, um Schlimmeres zu verhindern.