Die russische Regierung hat für den 20. Januar 2026 die öffentliche Versteigerung des Flughafens Moskau-Domodedowo angekündigt. Laut den auf der staatlichen Handelsplattform für Staatseigentum veröffentlichten Dokumenten wurde der Mindestpreis für das Objekt auf 132,3 Milliarden Rubel festgesetzt, was nach aktuellem Wechselkurs etwa 1,45 Milliarden Euro entspricht. Domodedowo ist nach dem Passagieraufkommen einer der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte Russlands und dient als wichtiges Drehkreuz für zahlreiche Inlandsverbindungen sowie verbliebene internationale Routen in den Nahen Osten und nach Asien. Der Verkauf markiert einen Wendepunkt in der Eigentümerstruktur des Flughafens, der in der Vergangenheit oft mit komplexen privaten Beteiligungsverhältnissen in Verbindung gebracht wurde.
Zusätzliche Recherchen zur wirtschaftlichen Situation des Standorts verdeutlichen die Hintergründe dieser Transaktion. Der Flughafen verfügte zuletzt über zwei unabhängige Start- und Landebahnen sowie ein hochmodernes Terminal 2, das erst vor wenigen Jahren zur Kapazitätserweiterung in Betrieb genommen wurde. Trotz der Sanktionen und der Sperrung des europäischen Luftraums stabilisierte sich das Passagieraufkommen im Jahr 2025 durch eine massive Zunahme des innerstaatlichen Tourismus und verstärkte Frequenzen in Richtung China, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Versteigerung erfolgt vor dem Hintergrund einer staatlichen Konsolidierung strategischer Infrastrukturprojekte, um die Kontrolle über zentrale Logistikzentren des Landes sicherzustellen.
Interessenten müssen für die Teilnahme an der Auktion eine beträchtliche Kaution hinterlegen und bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllen, die sicherstellen, dass der künftige Betreiber über die notwendige Liquidität und fachliche Expertise verfügt. In Branchenkreisen wird spekuliert, dass große russische Investmentgruppen oder Konsortien mit staatlicher Beteiligung als Bieter auftreten könnten. Der Flughafen Domodedowo gilt als technisch fortschrittlichstes Terminal Moskaus, das insbesondere durch seine effiziente Bahnanbindung an das Stadtzentrum und automatisierte Abfertigungsprozesse punktet. Mit dem Verkauf wird eine Modernisierungswelle der Bodeninfrastruktur und der Sicherheitsanlagen erwartet, um den Anforderungen des wachsenden Ost-West-Transits gerecht zu werden.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Auktion reicht weit über den reinen Verkaufserlös hinaus. Sie wird als Indikator für die Bewertung russischer Infrastrukturwerte unter den aktuellen geopolitischen Bedingungen gesehen. Während westliche Investoren weitgehend als Käufer ausscheiden, rücken zunehmend Partnerschaften mit ausländischen Kapitalgebern aus den BRICS-Staaten in den Fokus, die ein langfristiges Interesse an der Luftverkehrslogistik in Osteuropa haben. Bis zum Versteigerungstermin am 20. Januar bleibt die operative Leitung des Flughafens unberührt, wobei die Übergabe an den neuen Eigentümer voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals 2026 abgeschlossen sein wird.