Aus für Lalona Air: Alsie kündigt, Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe

Visualisierung einer Lalona Air ATR72-500 (Foto: Lalona Air).
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Aus für Lalona Air: Alsie kündigt, Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe

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Das Startup Lalona Air scheint am Ende zu sein, denn ehemalige Beschäftigte des Unternehmens erklärten gegenüber CH-Aviation.com und Aviation.Direct, dass diese Strafanzeige gegen den 24-jährigen Firmengründer gestellt haben.

Felix Becker, der eigentlich als Chief Operating Officer hätte fungieren sollen, bestätigte gegenüber CH-Aviation, dass gegen den Firmengründer mehrere Strafanzeigen gestellt wurden. Gegenüber Aviation.Direct erhoben mehrere Mitarbeiter Vorwürfe, dass die Gehälter nicht bezahlt worden sein sollen und obendrein auch keine Anmeldung bei der Sozialversicherung erfolgt sein soll. Einzelne sollen „ein bisschen Bargeld“ bekommen haben.

Laut einem Mitarbeiter soll Lalona Air zuletzt sechs Beschäftigte gehabt haben. Diese sollen ohne Gehalt und ohne Anmeldung gearbeitet haben. Dies wäre allerdings erst jetzt bewusst geworden, denn man hatte offizielle Arbeitsverträge mit der GmbH, die jedoch nie gegründet wurde. Die Blase soll bei der „Übergabe“ des Bürokomplexes mit einer Monatsmiete von 17.000 Euro geplatzt sein. Der Makler weigerte sich die Schlüssel zu übergeben, denn Kaution und erster Mietzins gelangten nicht ein. In weiterer Folge soll die Stimmung unter der Belegschaft gekippt sein und das wahre Ausmaß ans Licht gekommen sein.

Selbst der ehemalige Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl wurde als Investor genannt. Dieser wusste bis zuletzt nichts von einem angeblichen Investment und betonte gegenüber CH-Aviation.com unter anderem: „Ich habe absolut nichts mit Lalona Air zu tun. Ich bin mindestens genauso wütend wie alle anderen darüber und den möglichen Schaden für meinen Ruf“. Mitarbeiter von Lalona Air sagten gegenüber Aviation Direct, dass diese auch weitere angebliche Investoren „durchtelefoniert“ hatten und dann ans Licht kam, dass die vermeintlichen Investoren Lalona Air oder den Gründer nicht mal kannten.

Mitarbeiter behaupten, dass Bankgarantien gefälscht wurden

„Wir sind zutiefst erschüttert. Es wurden uns gefälschte Arbeitsverträge gegeben, Partner wie Air Alsie haben gefälschte Bankgarantien bekommen und für manche Zahlungen wurden gefälschte Zahlungsbestätigungen geschickt. Es gibt Anzeigen und Klagen ohne Ende. Als der Makler die Schlüssel für den 17.000-Euro-Bürokomplex nicht übergab und sagte, dass weder Kaution noch Miete bezahlt wurden, ist dann alles aufgeflogen“, so ein Mitarbeiter, der mangels Anmeldung formell nie angestellt war. „Sogar die Umsatz-Steuer-ID-Nummer war gefälscht. Das Schlimmste finde ich aber, dass die Mitarbeiter überhaupt kein Gehalt bekommen haben oder nur ein bisschen Bargeld auf die Hand ohne Anmeldung“

Das Luftfahrtunternehmen Air Alsie, das als Partner von Lalona Air hätte fungieren sollen, hat keine Zahlungen erhalten. „Wir haben gespürt, dass irgendwas nicht stimmt. Alsie hat irgendwann unsere Mails gar nicht mehr beantwortet“, so ein Lalona-Mitarbeiter. „Jetzt ist klar warum. Die haben kein Geld bekommen und die vermeintlichen Bankgarantien, die gezogen werden sollten, waren das Papier, auf dem sie gedruckt waren, nicht wert“.

Dennis Rybasch, Chief Executive Officer von Air Alsie, bestätigte gegenüber CH-Aviation, dass man den Vertrag mit Lalona Air gekündigt habe und die am Flughafen Düsseldorf erlangten Slots an den Regulator zurückgegeben hat. „Ich kann keine Details zu dem Grund für das Ende der Zusammenarbeit nennen – nur, dass Lalona Air die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in der nächsten Phase nicht erfüllen konnte. Lalona konnte die Vertragsbedingungen für Step One in der Einrichtung erfüllen. Da sie die Anforderungen für den zweiten Schritt nicht erfüllen konnten, haben wir uns zurückgezogen“, so der Manager gegenüber CH-Aviation.com. Der Geschäftsführer von Lalona Air reagierte auf telefonische Anfragen von Aviation Direct und E-Mails von CH-Aviation.com nicht.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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