Der Flughafen Zadar hat ein neues Passagierterminal für abfliegende Fluggäste mit einem Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro offiziell eingeweiht. Durch das neue Gebäude verdoppelt sich die Abfertigungskapazität des Terminals, wodurch der kroatische Küstenflughafen künftig bis zu drei Millionen Passagiere pro Jahr abwickeln kann.
Die offizielle Eröffnungszeremonie fand im Beisein des kroatischen Premierministers Andrej Plenković statt, nachdem das Terminalgebäude bereits seit einigen Wochen im Testbetrieb von Reisenden genutzt wurde. Der Neubau stellt die finanziell umfangreichste Einzelinvestition an dem Standort seit dessen Wiederaufbau in den 1990er-Jahren dar.
Die Erweiterung des Terminals ist Teil eines umfassenderen Entwicklungsprogramms für den Standort mit einem Gesamtbudget von rund 35 Millionen Euro. Ziel der Maßnahme ist die Bewältigung des stark angestiegenen Passagieraufkommens und die Förderung ganzjähriger Flugverbindungen. Im vergangenen Jahr fertigte der Flughafen Zadar rund 1,6 Millionen Passagiere ab und stieß damit an die Belastungsgrenzen der bisherigen Infrastruktur. Derzeit verbindet der Flughafen die Region Dalmatien mit über 60 europäischen Zielen, wobei der Flugbetrieb von mehr als 15 Fluggesellschaften – darunter schwerpunktmäßig Low-Cost-Anbieter wie Ryanair – getragen wird.
In weiteren Ausbaustufen planen die Flughafenbetreiber zusätzliche Infrastrukturprojekte auf dem Gelände. Hierzu gehören eine Verlängerung der Start- und Landebahn zur Erhöhung der Kapazität für größere Flugzeugtypen mit einem geschätzten Kostenrahmen von 95 Millionen Euro, die Errichtung eines neuen Kontrollturms für die Flugsicherung sowie der Bau von Hangars für die Flugzeugwartung. Zudem stehen die Anbindung des Flughafens an das regionale Schienennetz zur Direktverbindung mit dem Stadtzentrum von Zadar sowie der Ausbau der Parkplatzflächen auf der Agenda der Entwicklungsgesellschaft.
Luftfahrt- und Wirtschaftsexperten verweisen jedoch auf die strukturellen Herausforderungen des Standorts. Der Flugverkehr in Zadar ist extrem saisonal geprägt und hängt stark vom Sommertourismus ab, während das Passagieraufkommen in den Wintermonaten deutlich einbricht. Die Ausweitung der Kapazitäten auf drei Millionen Fluggäste erfordert kontinuierliche Investitionen in den Ganzjahresbetrieb, um die hohen Fixkosten der neuen Infrastruktur langfristig über Entgelte der Fluggesellschaften zu decken.