Die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines plant nach mehrjähriger Unterbrechung die Wiederaufnahme von Linienflügen nach Singapur. Wie der kaufmännische Leiter des Unternehmens, Joe Esposito, bestätigte, soll der südostasiatische Stadtstaat künftig wieder fest im internationalen Streckennetz verankert werden.
Delta hatte die Verbindung nach Singapur im Jahr 2019 eingestellt. Damals wurde die Route nicht direkt bedient, sondern als Zwischenstopp-Verbindung über den Flughafen Tokio-Narita in Japan abgewickelt.
Der genaue US-Ausgangsflughafen für die geplante Direktverbindung ist von Unternehmensseite noch nicht offiziell bekannt gegeben worden. Eine Sprecherin schloss den Flughafen Los Angeles als Startpunkt jedoch aus, weshalb Branchenbeobachter das Drehkreuz Seattle-Tacoma als wahrscheinlichste Option ansehen. Delta befindet sich auf den Routen über den Pazifik in einem scharfen Wettbewerb mit Mitbewerbern wie United Airlines und Singapore Airlines, die bereits etablierte Direktverbindungen zwischen der US-Westküste und Singapur unterhalten.
Die Ankündigung fügt sich in die schrittweise Wiederaufnahme von Transpazifik-Routen der Airline ein. Neben den Plänen für Singapur hat das Unternehmen in jüngster Zeit Verbindungen nach Hongkong reaktiviert und weitere Strecken nach Manila sowie Tokio im Flugplan angekündigt. Die Bedienung von Ultramangstrecken wie der Route von der US-Westküste nach Südostasien erfordert jedoch den dauerhaften Einsatz von Großraumflugzeugen mit hoher Reichweite, was die Flottenplanung vor logistische Herausforderungen stellt.
Luftfahrtanalysten bewerten das Vorhaben als Versuch, Marktanteile im asiatisch-pazifischen Raum zurückzugewinnen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit solcher Ultralangstrecken hängt maßgeblich von der Auslastung in den höherpreisigen Premium-Klassen sowie dem Frachtaufkommen ab. Zudem steht Delta vor der Aufgabe, am stark reglementierten Flughafen Singapur Changi passende Zeitfenster für Starts und Landungen zu erhalten, um konkurrenzfähige Umsteigeverbindungen für den US-Markt anzubieten.