Seit wenigen Wochen verbindet eine direkte ICE-Strecke die Hauptstädte Berlin und Paris – ein Angebot, das auf enormen Zuspruch stößt. Die Deutsche Bahn (DB) und die französische Staatsbahn SNCF planen daher, das Streckennetz zwischen Deutschland und Frankreich weiter auszubauen. Besonders die Verbindung zwischen München und Paris soll künftig deutlich verstärkt werden.
Die im Dezember 2024 eingeführte Direktverbindung zwischen Berlin und Paris verzeichnet laut DB-Fernverkehrsvorstand Michael Peterson außergewöhnlich hohe Buchungszahlen. Bereits im ersten Quartal dieses Jahres liegt die Auslastung der Züge oft bei 90 Prozent. Besonders bemerkenswert ist, daß etwa 75 Prozent der Reisenden die gesamte Strecke von Berlin bis Paris oder umgekehrt nutzen, was auf eine starke Nachfrage nach direkten Verbindungen zwischen den beiden Metropolen hinweist.
München–Paris: Ein ehrgeiziger Ausbauplan
Neben der Strecke Berlin–Paris rückt auch die Verbindung zwischen München und Paris in den Fokus. Laut SNCF-Fernverkehrsdirektor Alain Krakovitch ist geplant, ab Dezember 2026 bis zu fünf Direktverbindungen täglich zwischen den beiden Städten anzubieten. Dies soll durch den Ausbau des neuen Bahnhofs in Stuttgart ermöglicht werden, der als wichtiger Knotenpunkt dienen wird.
Bislang gibt es lediglich einen TGV, der ohne Umstieg von Paris nach München fährt. Die erhöhte Frequenz soll Reisenden künftig eine größere Flexibilität bieten und die Attraktivität dieser Verbindung erheblich steigern. Nach aktuellen Planungen sollen sowohl ICE- als auch TGV-Züge auf der Strecke eingesetzt werden, was die enge Zusammenarbeit zwischen DB und SNCF unterstreicht.
Bedeutung für den internationalen Fernverkehr
Die steigende Nachfrage nach internationalen Zugverbindungen reflektiert einen breiten Trend im europäischen Fernverkehr. Die direkte Verbindung Berlin–Paris und die bereits etablierten Strecken wie Frankfurt–Marseille zeigen, daß immer mehr Menschen die Bahn als komfortable Alternative für Reisen über nationale Grenzen hinweg wahrnehmen.
Die Zusammenarbeit zwischen der DB und der SNCF spielt hierbei eine zentrale Rolle. Beide Unternehmen haben in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in die grenzüberschreitende Infrastruktur und den Fahrbetrieb getätigt. Der geplante Ausbau von Verbindungen wie München–Paris verdeutlicht das langfristige Engagement beider Bahngesellschaften, den internationalen Schienenverkehr zu fördern und eine stärkere Vernetzung Europas zu erreichen.
Die Ankündigungen zur Expansion der Bahnverbindungen kommen zu einem Zeitpunkt, in dem viele europäische Länder ihre Schienennetze modernisieren und den Fernverkehr attraktiver gestalten wollen. Deutschland und Frankreich zählen hierbei zu den Vorreitern. Besonders der Ausbau des Bahnknotens Stuttgart, der im Rahmen des Großprojekts Stuttgart 21 realisiert wird, soll die Kapazitäten im deutsch-französischen Fernverkehr erheblich steigern.