Die Flight Training Alliance (FTA), ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Aviation Training und dem kanadischen Simulatorenhersteller CAE, erweitert ihr Schulungsnetzwerk für das Flugzeugmodell Airbus A220 auf den asiatisch-pazifischen Raum.
Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Flugzeugbauer Airbus soll im Jahr 2027 ein neuer Vollflugsimulator vom Typ CAE 7000XR im Airbus Asia Training Centre in Singapur in Betrieb genommen werden. Das Konsortium agiert als offizieller Schulungsanbieter für das Kurz- und Mittelstreckenflugzeug und betreibt bislang Trainingszentren an den europäischen Standorten Frankfurt am Main, Zürich und Rom.
Die Kooperationsstruktur sieht vor, dass die Flight Training Alliance den Flugsimulator bereitstellt, während das Trainingszentrum von Airbus in Singapur die operative Durchführung und Verwaltung der Schulungskurse übernimmt. Ziel der Maßnahme ist es, die Aus- und Weiterbildung von Cockpit- und Kabinenpersonal direkt in der Zielregion abzuwickeln, um Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum die Anreise zu europäischen Schulungseinrichtungen zu ersparen. Nach Angaben von FTA-Geschäftsführerin Susanne Kuehl steigt der Bedarf an qualifizierten Piloten in der Region durch die zunehmende Zahl an ausgelieferten Flugzeugen kontinuierlich an.
Die Bereitstellung lokaler Simulatorkapazitäten gewinnt für Fluggesellschaften zunehmend an Bedeutung, da die globale A220-Flotte in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist. Insbesondere Fluggesellschaften in Asien setzen das Flugzeugmuster verstärkt auf regionalen Dünn- und Verbindungsstrecken ein, um die Auslastung flexibel zu gestalten. Das Mutterunternehmen Lufthansa Aviation Training betreibt weltweit an zehn Standorten knapp 200 Schulungsgeräte für mehr als 250 internationale Airline-Kunden und bündelt in dem Joint Venture mit CAE die herstellerspezifische A220-Ausbildung.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Platzierung des Simulators in Singapur vor allem eine Reaktion auf die veränderten Liefer- und Einsatzschwerpunkte des A220-Programms darstellt. Fluggesellschaften verlangen von den Herstellern und deren Ausbildungspartnern dezentrale Trainingskapazitäten, um die Nebenkosten für Reise und Unterbringung des fliegenden Personals gering zu halten. Der Erfolg des neuen Standorts wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell die asiatischen A220-Betreiber ihre Flotten ausbauen und ob die Auslastung der Simulatorstunden in Singapur die hohen Anschaffungs- und Betriebskosten der Anlage rechtfertigt.